<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313</id><updated>2011-10-30T12:32:28.803+01:00</updated><title type='text'>Streifzüge</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>13</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-3387920108362962098</id><published>2011-10-10T20:48:00.009+02:00</published><updated>2011-10-20T14:36:27.135+02:00</updated><title type='text'>13. Der Tod des Apfelmanns</title><content type='html'>&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Ich streife durch meine Gegend und lande schließlich im prächtigen Kopfbahnhof von Frankfurt am Main. Frankfurt ist für ein Landei wie mich schon eine ziemliche Metropole. Groß, unübersichtlich und laut kommt sie mir vor, diese Stadt. Überall liegt Dreck herum, Penner und Punks schnorren, ständig habe ich Paranoia, dass mir jemand das Portemonnaie aus der Tasche zieht. Wenn man den Bahnhof verlässt, ist man zudem auch noch sofort im Rotlichtbezirk. Da fühle ich mich überhaupt nicht wohl, denn da riecht es nach "hoffentlich sieht mich keiner"-Angstschweiß und nach Menschenhandel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://farm5.static.flickr.com/4001/4668712391_cc894cca18.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" border="0" src="http://farm5.static.flickr.com/4001/4668712391_cc894cca18.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Aber es ist wie es ist: alle paar Monate zieht es den kleinen Adolf in die große Stadt, ab und zu muss er einfach weg von der guten Landluft und rein ins Getümmel. Und da kommt die räumliche Nähe Neustadts zur Bankenstadt sehr gelegen: ab in den Zug, einmal umsteigen und schon bin ich da. Ich habe eigentlich keine konkreten Pläne. Schauen, was los ist und was man Unternehmen kann, evtl. noch bei Manufaktum ein lange begehrtes Lineal aus Metall kaufen. Einen USB-Hub für meine Backup-Laufwerke brauche ich auch noch. Den bekommt man im Laden mit dem angebissenen Apfel. Den ganzen Krempel hätte ich natürlich auch von Zuhause aus bestellen können. Das wäre mit Sicherheit günstiger gewesen als die Zugfahrt. Aber was soll's: Es sind Ferien, und man kann ja nicht den ganzen Tag in der Bude hocken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Beim Betreten der Innenstadt habe ich "Super Heavy" auf den Ohren. Das ist Multikulti-Reggae mit Superstar-Besetzung. Ein angemessener, entspannender Soundtrack für diesen Kultur-Schmelztiegel - den deutschen „Big Apple“ sozusagen. Während ich noch darüber nachdenke, ob nun Joss Stone oder Mick Jagger den knackigeren Hintern hat, legt neben mir an der Fußgängerampel eine Comicfigur an. Eine riesige, gertenschlanke Asiatin wächst zu meiner Linken dem Himmel entgegen. Sie ist ausschließlich in Schwarz und farbenfrohem Dunkelgrau gekleidet. Ihre pechschwarzen, endlos langen Haare treffen sich irgendwo an ihrer Körpermitte mit den ebenfalls beeindruckend langen Beinen. Von hinten scheint sie somit nur aus Haaren und Beinen zu bestehen. In der rechten Hand hält sie lässig und elegant ein iPad. Schon trippelt sie auf gesundheitsschädlich hoch anmutenden Absätzen weiter und lässt mich derart verblüfft stehen, dass ich glatt die Grünphase der Ampel verschlafe während ich ihr mit offenem Mund hinterherglotze. Wer jemals einen Comic des französischen Autoren mit dem Künstlernamen Möbius gelesen oder seine Entwürfe in dem Film „Das fünfte Element“ bewundert hat, kann vielleicht nachvollziehen, in welche Welt ich mich entführt glaubte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="clear: right; float: right; font-size: large; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm7.static.flickr.com/6055/6231395206_4df46a64a3.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="clear: right; float: right; font-size: large; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="clear: right; float: right; font-size: large; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Angeregt durch die Möbiuserscheinung wechsle ich die Musik: Simon Rattle dirigiert John Adams "Short Ride in a Fast Machine". Klassische amerikanische Minimalmusic passt vielleicht doch besser zu dem Gewimmel um mich herum und auch zu den hohen Häusern. Das iPad der Comicikone bringt mich auf die Idee, die Apfeldichte auf meinem Weg zum Apple-Store zu erfassen. Ich zähle also iPhones, iPads und weiße Kopfhörer. Das Ergebnis dieser spontanen statistischen Erhebung ist verblüffend: Jedes zweite in der Frankfurter Innenstadt gesichtete Telefon ist eines mit einem angebissenen Apfel. Fast alle gesichteten Kopfhörer sind weiß. Das ist mir unheimlich. Sieht ein Wenig nach totaler Kontrolle durch den Apfelkonzern aus. Nur gut, dass man mit den Ohrstöpseln und mit den Telefonen keine Gehirnwellen beeinflussen kann. Hoffentlich!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Am Apple-Store angekommen fällt mir sofort der improvisierte, kleine Altar links neben dem Eingang ins Auge. Viele Apfelfreunde haben hier unter einem Foto des kürzlich verstorbenen Steve Jobs Blumen abgelegt und angebissene Äpfel. Sie haben auch kleine Zettel an die Schaufensterscheibe des Geschäfts geklebt mit persönlichen Gedanken zum Tod des Apple-Gründers. In der Tat hat das Ende des Apfelmanns letzte Woche, obwohl lange erwartet, ziemliche Bestürzung ausgelöst. Und das nicht nur unter seinen Fans. Alle Nachrichten und die Titelseiten der Tageszeitungen waren voll mit Artikeln zu diesem Thema. Der Spiegel zeigte ein schönes Bild des Firmenchefs aus besseren Tagen mit der Überschrift: „Steve Jobs - Der Mann, der die Zukunft erfand“. Obwohl mich das Ereignis selbst nicht unbewegt gelassen hat, finde ich derlei Pathos doch etwas übertrieben. Er war nicht mehr und nicht weniger als ein ziemlich guter Verkäufer, der die Bedürfnisse seiner Kunden und die Funktionalität und Schönheit seiner Produkte sehr ernst genommen hat. Trotzdem rührt mich der kleine Altar derart an, dass ich beschließe, beim Verlassen des Ladens ebenfalls einen angebissenen Apfel zu hinterlassen. Man weiß ja nie, ob es nicht doch gut für das Karma ist. Doch zunächst gehe ich erst einmal hinein, ich brauche ja noch einen USB-Hub.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/6231399214/" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm7.static.flickr.com/6116/6231399214_abeeba4b63.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Im Laden ist es wie immer: Schicke Geräte auf minimalistischen Regalen und Tischen drapiert. Aha! Meine Musik passt also immer noch. Diensteifrige und freundliche Verkäufer in blauen T-Shirts mit weißem Apfellogo wuseln zwischen den Kunden herum und versuchen, ihnen zu helfen. Man nimmt ihnen ab, dass sie an ihrer Arbeit Freude haben. Über eine gläserne Wendeltreppe geht es in den ersten Stock zum Zubehör. Und mit „gläserne Treppe“ meine ich nicht: „Treppe mit gläsernem Geländer“. Das Ding ist wirklich aus Glas, und zwar vollständig. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass Apple oder sogar der verstorbene Steve Jobs höchstpersönlich, ein Patent auf diese Treppe hält. Irre! Beim Zubehör habe ich eine Frage. Der Verkäufer bemüht zunächst einen Kollegen und ergoogelt schließlich die Antwort ratzfatz. Nicht, dass ich das nicht selbst gekonnt hätte, aber so ist es schöner. Eine Kasse gibt es scheinbar nicht. Ich erkundige mich bei einer Verkäuferin, die scannt sofort mit einem leicht pummelig aussehenden iPhone den Barcode meines Kartons und schiebt meine Plastikgeldkarte in ein bis dahin unauffällig deponiertes Lesegerät. Prompt kommt aus einem kleinen, fast unsichtbaren Schlitz in der Wandverkleidung die Quittung. Die Rechnung gibt es per Email und das war‘s auch schon.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Beim Verlassen das Apple-Stores beobachte ich noch eine Dame, die mit süßsäuerliche Miene die angebissenen Äpfel aus dem improvisierten Altar klaubt. Sie gibt zu erkennen, dass sie von der Trauer der Kunden ebenfalls gerührt ist, möchte aber keine Ungezieferplage riskieren. Es käme mir nun gemein vor, noch einen dazu zu legen. Also schlendere ich, aus vollen Backen meinen Apfel kauend, in Richtung des Manufaktum-Geschäfts. Angesichts des emsigen Großstadttreibens und der dicht an dicht stehenden Hochhäuser habe ich inzwischen auf den Soundtrack des Films Matrix umgeschaltet. Der passt auch prima zu den vielen Herren in dungelgrauen und schwarzen Anzügen. Irgendwie erwarte ich die ganze Zeit, dass aus der Menge die Frau mit dem roten Kleid auftaucht. Doch sie kommt nicht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="clear: right; float: right; font-size: large; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm2.static.flickr.com/1331/5102365285_ac60b15629.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Stattdessen erscheint irgendwo hinter der Alten Oper der Manufaktum-Laden: Konsumlustschloss für Oberstudienräte, Tempel der Dinge, die niemand wirklich braucht, die man aber trotzdem unbedingt haben möchte. Das harmoniert dann wieder gut mit der Marke des angebissenen Apfels. Ein Glück, dass ich kein Oberstudienrat bin. Das macht mich vermutlich immun. Das Lineal ist rasch gefunden, aber es überkommt mich die Lust, durch die Regale zu streifen und zu schauen. Das ist ein Fehler! Letzten Endes verlasse ich das Geschäft um mehrere, wie außerirdische Parasiten in mein Gehirn gepflanzte Konsumwünsche reicher und um etliche Euronen ärmer. Zugegeben: neben dem schönen Lineal ist noch ein wunderbarer Kopfhörer herausgesprungen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Auf dem Rückweg zum Bahnhof bemerke ich, dass der Akku meines Apfelfons inzwischen kaum noch Energie enthält. Da ich das Ding aber für die Fahrplansuche und für Emails unterwegs noch zu brauchen glaube, verzichte ich notgedrungen auf Musik. Nur dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass mir in einem kleinen Park ein Bettelmusikant auffällt, der auf seiner Geige erstaunlich präzise und doch gefühlvoll Mozart interpretiert. Ich höre also auf, nach der Frau im roten Kleid Ausschau zu halten, lausche dem Geiger und werfe ihm ein paar Münzen in den Geigenkoffer. Er bedankt sich, ich antworte&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;höflich:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;„&lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt; habe zu danken!“ und verabschiede mich. In Zukunft werde ich wohl öfter mal mit offenen Ohren durch die Gegend laufen und sicher auch wieder mehr Äpfel essen.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-3387920108362962098?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/3387920108362962098/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/10/13-der-apfelmann-ist-tot_10.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/3387920108362962098'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/3387920108362962098'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/10/13-der-apfelmann-ist-tot_10.html' title='13. Der Tod des Apfelmanns'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm5.static.flickr.com/4001/4668712391_cc894cca18_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-2573354767387976317</id><published>2011-06-18T16:17:00.018+02:00</published><updated>2011-10-10T19:38:44.385+02:00</updated><title type='text'>12. Der Park der alten Villa</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5743605668/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2529/5743605668_ac1f4e35fe.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&amp;nbsp;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Ich streife durch die Straßen meiner Stadt...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Nein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Heute streife ich ja gar nicht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Ich eile. Und das nicht nur weil es regnet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Zielstrebig den Weg entlang, den ich schon an &lt;a href="http://adolfkluth.blogspot.com/2011/05/11-die-alte-villa.html"&gt;anderer Stelle&lt;/a&gt; beschrieben habe: An der Ampel links an der Polizei und dem neuen Grünzug am Ufer des Speyerbachs vorbei, an der nächsten Ampel wieder die Straße überqueren und dann rechts abbiegen. Nach einigen Metern gehe ich mit klopfendem Herzen durch das schmiedeeiserne Tor.&amp;nbsp;Im Park schnell den Berg hinauf, rechts die Seqoias, links die stolzgeschwellte Hose.&amp;nbsp;Ich kann es kaum erwarten, zu "meinen" Schauspielern zu kommen, denn heute ist Generalprobe. Dabei geht mir ausgerechnet jetzt ein altes Lied nicht aus dem Kopf:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Leute, nehmt eure Wäsche weg, schließt die Gartentür zu:&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Bringt die Katz ins Versteck, die Wäscheleine dazu:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und was da nicht ganz niet- und nagelfest ist,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und was keinen Riegel vor hat,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Das wird sofort geklaut und bleibt ewig vermißt:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Warum will mir dieses Lied nicht mehr aus dem Sinn? Musikanten, Schauspieler, Gaukler, Taschenspieler und Hausierer wurden im Mittelalter oft in einem Atemzug genannt. Bevor es Theater gab gehörten sie zum fahrenden Volk und zu den unehrlichen (ehrlosen) Berufen. Auch Scharfrichter, Hübschlerinnen (Prostituierte), &lt;a href="http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/8-der-gipfelsturm-am.html"&gt;Turmwächter&lt;/a&gt;, Zöllner und Büttel (Polizisten/Gerichtsdiener) wurden interessanterweise in diese Schublade gesteckt. Menschen am Rande der Gesellschaft, ausgegrenzt, oft in Armut gefangen und außerhalb der Stadtmauern untergebracht. Im Kriegsfall deshalb schutzlos. Ehrlos bedeutete auch wehrlos.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5828423699/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2791/5828423699_de1c73d8ab.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Im "Meyers Großes Konversations-Lexikon" von 1905-1909 steht dazu:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;"Fahrende Leute, im Mittelalter die einzeln oder in Banden umherwandernden Gaukler, Taschenspieler, Erzähler, Sänger, Spielleute, Mimen und andre unterhaltsame Leute, die allmählich die alten in höherer Schätzung befindlichen Barden, Volkssänger und Harfenspieler aufsogen. Allerdings übten auch die Fahrenden Instrumentalmusik und führten im Frühjahr Schwerttänze, im Winter gymnastische Künste, Puppenspiele etc. auf. Ihre Vorführungen waren oft so halsbrecherischer Natur, daß sie sich, wie Joinville erzählt, jedesmal vorher bekreuzigten. Die Schloßherren, denen sie in ihrer Einsamkeit willkommene Besucher waren, lösten sie nachher aus der Schenke aus, zeitweise hatte auch die Geistlichkeit die Pflicht, sie zu beherbergen. Nach den Kreuzzügen erhielten sie großen Zulauf aus fahrenden Priestern, Nonnen, Beghinen, Scholaren, wie sich ihnen auch Zigeuner, Söldner und Landsknechte anschlossen. Obgleich als Verbreiter von Dichtungen, Sagen, Neuigkeiten, Schauspielen überall beliebt, blieben die Vertreter der heitern Kunst (gaya scienza) doch als sogen. unehrliche Leute anrüchig und verachtet. Gesetz und Kirche stießen sie aus, sie waren rechtlos, und die kirchlichen Sakramente blieben ihnen vorenthalten. Gleich den Knechten durften sie nicht die Tracht des freien Mannes anlegen. Die Folge war, daß sie unter sich eigentümliche, z. T. ergötzliche Formen und Vereinbarungen einführten, und so entstanden das »Königtum der fahrenden Leute im Elsaß«, das »Pfeiferrecht und der Pfeifertag (Dienstag nach Mariä Geburt) zu Rappoltsweiler«. Die Herren von Rappoltstein präsidierten als Pfeiferkönige dem Pfeifergericht. Im 14. und 15. Jahrh. waren sie etwas günstiger gestellt, seit der Reformation aber beschränkten polizeiliche Maßregeln ihre Ungebundenheit und Zahl. Während des Dreißigjährigen Krieges und später erhielten sie dann neuen Zuwachs durch Alchimisten, Geisterbeschwörer, Schatzgräber, Bärenführer, Komödianten und andre »Landstörtzer«, die namentlich aus Italien zuströmten. Ein Nachklang existiert noch heute in den Orgeldrehern und den umherziehenden Kunstreitern, Seiltänzern und Schauspielergesellschaften (sogen. Schmieren)."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Wirte macht den Bierhahn dicht:&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Sichert dreifach das Tor:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Löscht im Fenster das Licht,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Nagelt Balken davor:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die singen und gröln bis der Morgen anbricht,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die würfeln und fressen sich satt,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die raufen und saufen und zahlen dann nicht:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und tatsächlich kommt es mir im Keller der alten Villa ein Bisschen so vor, wie ich mir das Treiben in einem Zigeunerwagen vorstelle: Irgendwer hat ein paar Brotlaibe mitgebracht, Käse und Wurst sind auch da. Es herrscht gute Stimmung, obwohl die Probe buchstäblich ins Wasser zu fallen droht. "Noch ein Sektchen?" tönt es von rechts "Die Flasche ist aber schon leer!" krähen einer der Darsteller und ich im Chor, als hätten wir's abgesprochen. Irgendwie wird es schon gehen, schließlich haben sie in der Hauptprobe am vergangenen Wochenende das Stück schon einmal in einem Rutsch durchgespielt. Also warum die geliehenen Kostüme versauen? Warum auf dem nassen Bühnenboden ausrutschen, um womöglich zwei Tage vor der Premiere noch einen weiteren Darsteller verletzungsbedingt zu verlieren? Einer hat sich schon vor zwei Wochen den Arm gebrochen. Andererseits hat es bei der Hauptprobe durchaus noch ein paar Hänger gegeben. Teilweise war das zum Schreien komisch, mündete in regelrechte Kicheranfälle und Lachkrämpfe, wie ich sie sonst nur bei den Mädchen in der achten Klasse kenne. So etwas sollte in einer Vorstellung mit Publikum natürlich nicht passieren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="font-style: normal; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;An den Gasthof schreibt Ruhetag,&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Alle Betten belegt:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Bevor es wie ein Schicksalsschlag&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Durch die Herberge fegt:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die kneifen Eure Mägde mit frevelnder Hand,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Verwüsten die Stuben euch glatt.&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Wer Lieder singt, steckt auch die Herberg in Brand:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; font: normal normal normal 14px/normal Arial; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-style: normal; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die große Mehrheit der Bevölkerung war in vorindustrieller Zeit nicht im Stande, Reserven zu bilden. So konnte man in Krisenzeiten und bei Arbeitsplatzverlust schnell auf der sozialen Leiter absteigen, sein Obdach und damit auch seinen Stand verlieren. Das fahrende Volk bekam somit stetigen Zulauf. Im Durchschnitt fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung Mitteleuropas war so bis ins ausgehende 19. Jahrhundert ständig auf der Walz, in Krisenzeiten schnell auch deutlich mehr. Das Elend war unvorstellbar. Und so war es schwer, ehrlich zu bleiben. Taschendiebe und Beutelschneider reisten mit den Schauspielern und Gauklern. Während man auf den Bühnen das Publikum erheiterte, wurden Börsen aus den Taschen gezogen. Vorn spuckte jemand Feuer, hinten wurden Geldbeutel vom Gürtel geschnitten. In Kriegs- und Krisenzeiten, aber auch im Winter, wenn mit Freiluftaufführungen kein Auskommen zu erzielen war, Rekrutierten sich aus den Scharen der Obdachlosen auch Räuberbanden wie die vom Hölzerlips oder vom Schinderhannes, die auf den Reisewegen auch vor Überfällen und Morden nicht zurückschreckten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;"Krämer holt eure Habe rein,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die Budiken schließt ab:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Zählt die Flaschen Bier und Wein,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Laßt die Gitter herab:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die plündern den Keller, das Lager zerfällt,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die feilschen und fordern Rabatt&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und zu guter Letzt samt der Kasse das Geld:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!"&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5828319397/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3134/5828319397_7102a1c27f.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Irgendwann hört der Regen damit auf, auf den Bühnenboden zu trommeln. Jetzt aber rasch, denn die Generalprobe soll pünktlich um acht beginnen. Die Nachbarn der alten Villa sind eingeladen, als Entschädigung für den Lärm an den vergangenen Wochenenden sozusagen. Es kommt also zum ersten mal reguläres Publikum. Alles muss ganz schnell gehen, deshalb fasse ich selbstverständlich mit an: Kulissen aufbauen, Bühne und Stuhlreihen trocknen. Tontechnik und Scheinwerfer werden herbeigeschleppt und angeschlossen. Die Schauspieler schlüpfen in ihre Kostüme, für die Maske bleibt keine Zeit. Und schon geht es los: Vivaldi tönt aus den Lautsprechern, die ersten drei Akte gehen reibungslos über die Bühne. Eine Pause, die Akte vier und fünf dann mit Scheinwerferlicht, denn inzwischen ist es dunkel. In der ganzen Zeit fotografiere ich nicht, denn ich habe bereits alles aus verschiedenen Perspektiven gesehen und abgelichtet. Ich brauche nur noch ein einziges Bild: Ich hoffe darauf, die Kamera nach der letzten Szene mit einem Fischauge bestückt in der Mitte des Bühnenhintergrunds aufstellen zu können. Ich möchte die Schauspieler in einer Reihe aufgestellt bei der Verbeugung ablichten, im Gegenlicht der Scheinwerfer. Dadurch hätte ich eine Aufnahme aus ihrer Perspektive: Mit dem Gesicht zum Publikum, welches man aber wegen des gleißenden Lichts nicht sehen kann.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Bürger, bringt euch in Sicherheit,&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Legt die Schrotflinten an:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Macht Schwefel und Pech bereit,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und dann rette sich wer kann:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die schänden Eure Frauen und Töchter alsbald,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Doch nicht nur was Röcke an hat,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die machen auch vor Greis und Haustier nicht halt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind in der Stadt!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Times;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5844891201/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5844891201/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Jean-Baptiste Poquelin war im Frankreich des 17. Jahrhunderts ein solcher Wanderschauspieler. Er kam allerdings freiwillig und aus Leidenschaft zur Bühne, nicht aus Not. Die Wandertruppe, der er sich anschloss, hatte wohl reiche Gönner, deshalb waren ihre Mitglieder vermutlich nie auf krumme Touren angewiesen. Trotzdem ging ihnen irgendwann doch das Geld aus, und so landete Poquelin vorübergehend im Schuldturm. Doch er kam wieder frei, stieg innerhalb der Gruppe rasch auf und schrieb sogar eigene Stücke. Unter anderem auch "L'Étourdie ou Les Contretemps" ("Der Tolpatsch oder die Querstreiche"), eine in Versen verfasste Komödie im Stil der italienischen Comedia dell'arte. Immerhin 13 Jahre wanderte er umher, bis er schließlich in Paris unter dem Namen Molière erfolgreich wurde. Seine Komödie vom tollpatschigen jungen Mann, der sich in eine Sklavin verliebt und sich ohne seinen pfiffigen Diener nicht zu helfen weiß, wurde immer wieder aufgeführt, unter anderem 1973 von einer Gruppe unbekannter Laienschauspieler in Neustadt an der Weinstraße. Und eben diese Schauspielgruppe, inzwischen natürlich in anderer Besetzung, lässt es mit mit der ungereimten Übersetzung der Bühnenstücks unter dem Namen "Der Knallkopf" 38 Jahre später wieder so richtig krachen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5844891201/" style="clear: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm6.static.flickr.com/5154/5844891201_02bda3b1b6.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: Arial; font-size: large;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;"Oh, Heiliger Barnabas,&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Schutzpatron dieser Stadt,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind vor dem Tor!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Zerschlag Geige und Kontrabaß,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die Trompeten walz platt:&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Musikanten sind vor dem Tor!&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Oh, schütz uns vor Sturmesflut, Feuer und Wind,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Vor Pest und vor Epidemien&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Und vor Musikanten, die auf Reisen sind,&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font: 14.0px Arial; margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px;"&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Oder laß mich mit ihnen ziehn!"&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Während das Stück seinem Ende zustrebt, setzt der Regen wieder ein. Erst nieselt es nur, dann, innerhalb weniger Minuten, schüttet es wie aus Eimern. Es kann gerade noch die letzte Szene zu Ende gespielt werden, dann muss sofort gehandelt werden: Zuerst im Licht der Bühnenscheinwerfer die Kulissen retten, damit die Farbe nicht abgewaschen wird. Dann so schnell wie möglich die technischen Geräte sichern. An mein sorgfältig ausgedachtes Finalebild denke ich keine Sekunde mehr. Aber was soll's? Mache ich es eben im nächsten Jahr.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Sehens- und Lesenswert in diesem Zusammenhang:&lt;/span&gt;&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://www.neustadter-schauspielgruppe.de/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Neustadter Schauspielgruppe&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/sets/72157626542816327/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Bilder von den Proben&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://de.academic.ru/contents.nsf/meyers/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Meyers Großes Konversations-Lexikon&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Moliere"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Wikipedia-Artikel zu Molière&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrendes_Volk"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Wikipedia-Artikel "Fahrendes Volk"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://wiki.odysseetheater.com/Schauspieler"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Theater-Wiki-Artikel "Schauspieler"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://www.mittelalter-server.de/Mittelalter-FAQ/Das-Mittelalter-faq-nr_577.html"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Mittelalter-Server-Artikel "unehrliche Berufe"&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die Strophen des bekannten Liedes "Musikanten sind in der Stadt" entstammen der Feder von Reinhard Mey.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Nachtrag:&lt;/span&gt;&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Zu dem von mir so herbeigesehnten Schlussbild ist es dann bei einer der späteren Aufführungen doch noch gekommen. Es sieht so aus:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5891831059/" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm6.static.flickr.com/5061/5891831059_bcc1f4cc0e.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px; cursor: move;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-2573354767387976317?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/2573354767387976317/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/06/12-der-park-der-alten-villa.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/2573354767387976317'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/2573354767387976317'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/06/12-der-park-der-alten-villa.html' title='12. Der Park der alten Villa'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm3.static.flickr.com/2529/5743605668_ac1f4e35fe_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-2384117724007036819</id><published>2011-05-14T16:36:00.009+02:00</published><updated>2011-10-10T19:37:42.594+02:00</updated><title type='text'>11. Die alte Villa</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2968929281/" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3057/2968929281_9cb7402685.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Ich streife durch die Straßen meiner Stadt, und dieses mal bin ich nicht ziellos: Ich passiere den wiederbelebten Teil des Speyerbachs, biege um die Ecke und stehe nach einer weiteren Straßenüberquerung vor einem riesigen, schmiedeeisernen Tor. Im alten Park der Villa Böhm möchte ich heute Bilder machen. Eine Kollegin hat mich dazu eingeladen. Heute gibt es hier etwas ganz besonderes zu fotografieren. Als seien die Villa selbst und der sie umgebende Park nicht schon besonders genug. Nicht der überdimensionale Harlekin interessiert mich heute, der mit stolzgeschwellter Hose seine Boxhandschuhfäuste zur Siegerpose gen Himmel reckt. Auch die mächtigen, über 100 Jahre alten Sequoias lasse ich links liegen. Ich gehe weiter, immer weiter in die alte Parkanlage hinein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;1886 entwarf der renomierte Landauer Architekt Ludwig Levy die Villa im Stil der Neorenaissance für Adolf Dacqué. Levy baute überwiegend Synagogen, repräsentative Wohnhäuser und Vereinsheime, aber auch eine Kirche. Der Bankier Dacqué musste für seine Dienste tief in die Tasche greifen: 450.000 Mark soll das prächtige Bauwerk damals gekostet haben. Die Schule in der ich heute arbeite wurde nur wenige Jahre später für 300.000 Mark errichtet. Im Vergleich zur Villa Böhm geradezu ein Schnäppchen. Nur um das richtig einzuordnen: Der Salär für einen Schulmeister betrug in dieser Zeit 1.200 Mark. Im Jahr! 1900 ging das Anwesen dann in den Besitz der Weinhändlerfamilie Hoch über. Als 1907 eine Tochter der Familie den Weinhändler Georg Böhm heiratete und mit ihm gemeinsam hier einzog, änderte sich nicht nur der Name des Mädchens, sondern auch der des Hauses: Aus Fräulein Hoch wurde Frau Böhm, und das Gebäude heißt seitdem Villa Böhm.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5700269250/" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm6.static.flickr.com/5147/5700269250_e36cc8e905.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Auf der schönen Terrasse steht ein älterer Herr mit einem Gehstock. Eigentlich könnte der mit seiner Halbglatze und seinem Bart ganz sympathisch wirken. Ein netter Großvater von nebenan eben. Wenn er nicht die ganze Zeit auf einen vor ihm auf dem Boden liegenden jungen Mann eindreschen würde. Mal schlägt er ihm mit dem Stock mit voller Wucht die Beine unter dem Leib weg, mal pufft er ihn mit der Spitze der Gehhilfe in den Bauch, wenig später reißt er dem Jüngling brutal am Ohr. Was ist denn da los? Und warum wehrt sich der Jüngere nicht? Er wirkt auf mich kerngesund und sein durchtrainierter Körper sieht aus wie der eines antiken Halbgotts. Mit dem prügelnden und schimpfenden Weißhaarigen würde er sicher spielend fertig. Aber stattdessen lässt er sich weiter verdreschen, windet sich laut schreiend und lamentierend auf dem Boden während der Alte ihn ebenso laut beschimpft und dabei immer weiter mit dem Knüppel drangsaliert. Um die beiden herum stehen mehrere Leute verschiedenen Alters, schrauben gelassen an Holzaufbauten herum und nehmen keine Notiz von der Züchtigung. Meine Kollegin beobachtet das Treiben seelenruhig von einer Parkbank aus. Dafür gibt es nur eine Erklärung: Die Neustadter Schauspielgruppe probt ihr neuestes Stück.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2969773854/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3173/2969773854_06c5b530bc.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Die Villa Böhm wurde schließlich im Jahr 1935 von der Stadt Neustadt erworben. Ein gewisser Josef Bürckel sollte in Zukunft hier wohnen und arbeiten. Herr Bürckel war ein Kollege von mir. Als Volksschullehrer hat er seinerzeit Kindern im heutigen Ortsteil Mußbach das Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Nun hatte die Stadt Neustadt aber nicht vor, meinen Kollegen in der Villa Böhm Kinder unterrichten zu lassen. Herr Bürckel hatte in den vergangenen Jahren Karriere gemacht und dabei auf das richtige Pferd gesetzt. Er war längst nicht mehr Lehrer, sondern er war inzwischen zum Leiter des Gaus Saarpfalz aufgestiegen. Und als solcher benötigte er natürlich repräsentative Wohn- und Arbeitsräume. Und die gibt es in der Villa Böhm. Von hier aus plante er dann wohl auch für Adolf Hitler die Deportation der jüdischen Bevölkerung der späteren Westmark. Dieser Deportation fiel ironischerweise auch die Witwe des Architekten zum Opfer, der viele Jahre zuvor die Villa Böhm gebaut hatte. Flora Levy verstarb 1942 im Alter von 74 Jahren im Konzentrationslager Theresienstadt. Die Synagogen, die von Levy einst entworfen wurden, verbrannte der braune Mob in der so genannten Kristallnacht im Jahr 1938. Und so ist ausgerechnet die ehemalige Residenz des Gauleiters Bürckel eines der wenigen verbliebenen Zeugnisse vom Schaffen des jüdischen Architekten Ludwig Levy.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/5700424180/" style="clear: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2762/5700424180_d5c0058978.jpg" style="border-bottom-color: rgb(0, 0, 0); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 2px; border-left-color: rgb(0, 0, 0); border-left-style: solid; border-left-width: 2px; border-right-color: rgb(0, 0, 0); border-right-style: solid; border-right-width: 2px; border-top-color: rgb(0, 0, 0); border-top-style: solid; border-top-width: 2px;" /&gt;&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Zunächst habe ich gewisse Hemmungen, während einer Theaterprobe zu fotografieren. Ich möchte mit dem Auslösergeräusch nicht die Konzentration der Akteure stören. Aber meine Kollegin ermuntert mich: "Du störst nicht!" versichert sie, "Die WOLLEN fotografiert werden!". Als schließlich eine Darstellerin zum ersten Mal das Make-Up ausprobiert, das sie während der Vorstellung um mindestens 40 Jahre altern lässt, beginne ich, ihr das zu glauben. Die junge Frau verwandelt sich vor meinen Augen durch Maske, Körperhaltung und Bewegungen in eine schrullige alte Schachtel, und diese posiert dann regelrecht für mich. Ich bin hingerissen von der falschen Greisin. Und irgendwann bei meinem zweiten Probenbesuch brennt bei mir eine Sicherung durch. Ich fotografiere wie im Rausch. Will jede große Geste einfangen, jeden Stunt und jede hochgezogene Augenbraue. Mit der Zeit traue ich mich näher an das Geschehen heran und bewege mich zwischen den Schauspielern und um sie herum. An diesem einen Wochenende drücke ich über 500 mal auf den Auslöser. Dabei erlebe ich ganz nebenbei, wie Theaterarbeit funktioniert. Ich begreife, dass sich die Akteure zusammen mit der Regisseurin das Stück mühevoll erarbeiten. Jede Bewegung wird besprochen und diskutiert, jede Veränderung der Stimme zig mal geprobt. Was bei einer Aufführung am Ende so spielerisch wirkt, ist in Wirklichkeit hart erarbeitet während endlos erscheinender Proben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Inzwischen kenne ich Teile des Stücks auswendig. Doch ich freue mich sehr auf die Aufführung. Ich bin äußerst gespannt, wie alles zusammenwirkt. Der Neustadter Schauspielgruppe bin ich sehr dankbar für diese tolle Gelegenheit, sie bei den Proben beobachten und fotografieren zu dürfen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;u&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Lesens- und sehenswert in diesem Zusammenhang:&lt;/span&gt;&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://www.neustadter-schauspielgruppe.de/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Neustadter Schauspielgruppe&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/sets/72157626542816327/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Bilder von den Proben&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Levy"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Wikipedia-Artikel zu Ludwig Levy&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_B%C3%BCrckel"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: large;"&gt;Wikipedia-Artikel zu Josef Bürckel&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-2384117724007036819?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/2384117724007036819/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/05/11-die-alte-villa.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/2384117724007036819'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/2384117724007036819'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2011/05/11-die-alte-villa.html' title='11. Die alte Villa'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3057/2968929281_9cb7402685_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-9200628198963671584</id><published>2010-08-02T12:33:00.029+02:00</published><updated>2010-08-10T19:34:52.586+02:00</updated><title type='text'>10. Die Esel von Eschbach</title><content type='html'>&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Ich streife durch meine Gegend und lasse mich dabei ziellos treiben. Es ist angenehm warm, der Fahrtwind bläst mir sanft durch die Ärmel in die Jacke hinein und am Kragen wieder hinaus. Der V2 gurgelt zwischen meinen Beinen. Schön!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/4778038112/" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4140/4778038112_3721c886fe.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Der Anfang der Ferien ist ja eher blöd gelaufen: Das Mopped ist mir direkt bei meinem ersten Ausflug auf der Autobahn liegen geblieben und der ADAC brachte mich dann in eine völlig überbuchte Werkstatt. Dort hat man das Motorrad zwar kompetent und zu einem fairen Preis repariert, aber ich durfte wochenlang darauf warten. Danach musste ich es zu allem Überfluss noch in eine weitere Werkstatt bringen: Etliche andere Reparaturen waren überfällig und die große Inspektion stand an. Also war ich wieder ein paar Ferientage ohne Fahrzeug. Aber jetzt geht es meiner Dicken wieder gut und ich zuckele durch die Südpfalz.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Über Hambach und Diedesfeld geht es erst einmal in Richtung des bezaubernden Maikammer. Da ist die Ortsdurchfahrt wegen Bauarbeiten gesperrt, also weiter, vorbei am &lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.gymnasium-edenkoben.de/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Edenkobener Mitbewerber&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt; ins entzückende Rhodt unter Rietburg und dann durch das endlos erscheinende Rebenmeer ein kleiner Abstecher zu meinem &lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.weingut-seiler.de/"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Biowinzer&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt; in Weyher. Vielleicht hat der ja noch etwas von dem köstlichen, staubtrockenen Rieslingsekt. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Der Weinbau wurde wohl schon von den Römern in die Pfalz gebracht. Die Leelage am Ostrand der Haardt sorgt durch Föhneffekte für über 1800 Jahressonnenstunden. Milde Temperaturen, auch im Winter, und nicht zu ergiebige Niederschläge sind die Folge. Für den Weinbau ist das ideal, besonders der fruchtige Riesling gedeiht hier in einer erstklassigen Qualität. In Weyher gab es deshalb schon vor rund 1800 Jahren einen römischen Gutshof, der Ortsname leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Wort Villa ab. Was unmittelbar nach dem Niedergang des römischen Reiches in Weyher los war, weiß man noch nicht so genau. Aber im Jahr 777 wurde das Dorf zum ersten mal einer urkundlichen Erwähnung für würdig befunden. Auch in der Pfalz war es dann im Mittelalter so, wie es auch anderenorts in Deutschland war: Die Dörfer gehörten, und zwar den Landesherren, einem Ritter, einem Kloster oder wie in diesem Fall dem Hochstift Speyer. Und die Bauern und Winzer hatten Abgaben zu zahlen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Mein Biowinzer hatte noch Sekt. Uff... das war knapp! Seine über 70jährige Mutter verkauft mir einen Karton, den ich dankbar in einem Koffer meines Motorrades verstaue. Wir halten noch einen kurzen Plausch, dann fahre ich wieder los. Und wie so oft in den Ferien fahre ich nicht wieder zurück nach Neustadt, sondern erkunde nun die südliche Weinstraße mit ihren zahlreichen Winzerdörfern. Die südliche Ortsausfahrt bringt mich durch einen aromatisch duftenden Wald nach Burrweiler und von dort aus geht es wieder durch Wingerte, die sich von Horizont zu Horizont in eine sanfte Hügellandschaft schmiegen. Traumhaft! Trotzdem ist mir bisweilen an einsamen Plätzen etwas mulmig zumute. Ich habe nämlich in den letzten Jahren meine Vorliebe für Regionalkrimis entdeckt. &lt;a href="http://alle-meine-buecher.blogspot.com/2010_08_01_archive.html"&gt;Der den ich zur Zeit lese&lt;/a&gt;, handelt von einer schauerlichen Mordserie in der Südpfalz. Dabei lässt der wahnsinnige Serienkiller seine grausam verstümmelten Opfer immer in den Rebenreihen zurück, wodurch dann ahnungslose Menschen ohne Vorwarnung über zerfledderte Körper stolpern. Gruselig!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Irgendwann lande ich, ohne es geplant zu haben, in Eschbach.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/4846785720/" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4111/4846785720_0e5b490f83.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Dort stehen im ganzen Dorf lebensgroße, und mit den unterschiedlichsten Bemalungen gestaltete Eselstandbilder herum. Diese bunten Esel locken seit einigen Jahren Touristen in den Ort. Ich habe schon von Besuchern gehört, die eigens wegen dieser künstlerisch gestalteten Esel quer durch Rheinland-Pfalz angereist sind. Donkeywatching als Tagesausflug. Nicht, dass die Esel alles wären, was man in Eschbach besichtigen kann. Eine Burgruine und einen naturnahen Wald im Biosphärenreservat haben in dieser Gegend viele Gemeinden. Aber bunte Esel gibt es nur in Eschbach.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3869849615/" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3501/3869849615_d73829a297.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Man sollte ja vermuten, dass man mit Weinbau in einem solchen Gunstraum ein recht ordentliches Einkommen erzielen kann. Tatsächlich findet man an der Weinstraße auch einige recht stattliche Höfe, die von über Generationen erarbeitetem Wohlstand zeugen. Doch die meisten alten Winzer- und Bauernhäuser in der Gegend sind eher klein, einige sogar winzig. Selbst heute, nach Jahrzehnten der Flurbereinigung und des Höfesterbens in Deutschland, bewirtschaften in der Pfalz weniger als die Hälfte der Winzer ihre Wingerte als Vollerwerbslandwirte. Die andere Hälfte kann von dem mit der Winzerei erreichten Einkommen alleine nicht leben. Und jetzt kommen die Touristen ins Spiel: ein häufiger Zuerwerb besteht in der Vermietung von Ferienwohnungen oder in der Bewirtschaftung von Gaststätten und kleinen Pensionen. So wird der Landwirt auch zum Wirt. Das ist leider in vielen Gegenden Deutschlands so. Vor allem in den so genannten Erbteilungsgebieten, wo die Betriebe über viele Jahrhunderte jeweils unter allen erbberechtigten Nachkommen aufgeteilt wurden, gilt: von der Landwirtschaft alleine kann man immer seltener existieren. Die Mechanisierungswelle der 50er Jahre war ein Versuch dieser Not zu entkommen. Dann kamen die 60er und 70er Jahre, in denen man durch Mengensteigerung das Einkommen zu erhöhten versuchte. "Masse statt Klasse" war vielerorts bis weit in die 80er Jahre hinein die Parole. Die süße Plörre, die seinerzeit in manchem Supermarkt mit bunten Etiketten als Wein verkauft wurde, hätte man eigentlich guten Gewissens keinem Esel ins Ohr kippen dürfen. Das hat dem Ruf des deutschen Weins nachhaltig geschadet. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Inzwischen achten viele Winzer wieder mehr auf qualitativ hochwertige Produkte, die sie in Eigenregie und zu angemessenen Preisen in der Region vermarkten. Bioweine sind keine Seltenheit mehr, auch Spitzenweine für die gehobene (Sterne-) Gastronomie werden hier ausgebaut. Eine neue Generation junger Winzer hat inzwischen in vielen Betrieben die Regie übernommen. Hochklassig ausgebildet, kompetent und ehrgeizig greifen sie nach den höchsten Auszeichnungen in der Branche. Der Deutsche Wein ist wieder da!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/4846822036/" title="photo sharing"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm5.static.flickr.com/4087/4846822036_697f78ac53.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Ich beschließe, meinen Ausflug mit einem Spaziergang auf die Ruine der Madenburg zu krönen. Von dort genieße ich den atemberaubenden Blick über die wunderbare Landschaft der Pfalz: Im Westen die Höhenzüge des Haardtgebirges, im Osten die Oberrheinebene und dazwischen das Hügelland der Weinstraße - die pfälzische Toscana. Wenn es diese schöne und abwechslungsreiche Landschaft nicht schon gäbe, dann müsste man sie bauen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-size: medium;"&gt;Und zwar sofort!&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-9200628198963671584?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/9200628198963671584/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2010/08/10-die-esel-von-eschbach.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/9200628198963671584'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/9200628198963671584'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2010/08/10-die-esel-von-eschbach.html' title='10. Die Esel von Eschbach'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm5.static.flickr.com/4140/4778038112_3721c886fe_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-6718082079490046682</id><published>2009-12-27T14:57:00.043+01:00</published><updated>2011-08-04T00:33:54.182+02:00</updated><title type='text'>9. Der angebissene Apfel</title><content type='html'>Ich streife... &lt;br /&gt;&lt;div&gt;nein! Heute wird nicht gestreift, heute wird gesessen. Und zwar vor meinem neuen Computer. Nach nunmehr siebzehn Jahren des Herumärgerns mit den Tücken und Hinterhältigkeiten diverser Betriebssysteme wie DOS, verschiedenen Varianten von Windows oder Linux und sogar OS/2, habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mir so ein schickes Aluteil gekauft. Optisch verspricht es genau soviel, wie es seitens der Bedienfreundlichkeit und Schönheit des Betriebssystems halten soll. Und zwar in groß! Das Aluteil, nicht das Betriebssystem. Ein Notebook dieser Marke hatte ich mir schon vor über einem Jahr angeschafft. Aber das war nur zum Testen, bevor ich mich endgültig auf das neue System festlege. Darum soll es heute gehen. &lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;"Das will doch niemand lesen." quengelt gerade die innere Zensurbehörde. "Das interessiert doch kein Schwein." nörgelt sie weiter. "Egal!" erwidere ich "Ich schreib' das ja eigentlich nicht für Andere sondern nur für mich. Kann mir also egal sein, ob es jemanden interessiert." Außerdem habe ich gerade erst ein &lt;a href="http://alle-meine-buecher.blogspot.com/2009/12/markus-orths-hirngespinste.html"&gt;Buch&lt;/a&gt; gelesen, in dem es um einen Autoren mit Schreibhemmung geht. Dann ist mir aufgefallen, dass der letzte Beitrag zu diesem Blog auch schon älter als ein halbes Jahr ist. Also lege ich sofort los, noch bevor der Zensor wieder nörgelt.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Angefangen hat alles vor zwei Jahren. Im Rahmen eines Umzugs in eine noch nicht ganz fertig gestellte Wohnung musste ich mein Arbeitszimmer in einer Dachkammer aufbauen, die zunächst nur über eine wacklige Haushaltsleiter erreichbar war. Die Treppe war schlicht noch nicht geliefert worden. Da ich den Weg über diese Leiter scheute - ich hatte damals noch bestialische &lt;a href="http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/8-der-gipfelsturm-am.html"&gt;Höhenangst&lt;/a&gt; - habe ich mir mit meinem Notebook einen provisorischen Arbeitsplatz am Küchentisch eingerichtet. Netzwerkkabel liegen in der neuen Wohnung in jedem Zimmer - auch in der Küche - Steckdosen gibt es jede Menge und der Küchentisch ist riesig. Genug Platz zum Korrigieren. Es kam wie es kommen musste: Irgendwann habe ich mich in der mit Umzugskartons noch voll gestellten Küche mehr auf die Kartons konzentriert als auch die Kabel des Computers. Ich blieb mit dem Fuß hängen, ein kurzer Ruck am Kabel und schon war es passiert: Mein grundsolides und äußerst gut gepflegtes Notebook mit der tollen Vielschreibertastatur krachte im hohen Bogen auf den Boden. Der hatte sofort eine tiefe Kerbe, das Notebook auch, aber es funktionierte noch. Fast. Dass das Netzwerk keinen Mucks mehr machte, konnte ich verschmerzen denn dafür gibt es Erweiterungskarten. Die steckt man seitlich ein und dann geht auch das Netzwerk wieder. Doch im Laufe des folgenden halben Jahres gaben dann immer mehr Komponenten ihren Geist auf. Als schließlich der Bildschirm schwarz blieb, wurde klar, dass ein neues Gerät angeschafft werden musste.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;"Angefangen hat alles vor zwei Jahren." ist natürlich barer Unsinn! Angefangen hat alles viel, viel früher. Manche sagen, angefangen hat alles am vierten April 1975. Da gründeten die Studenten Paul Gardner Allen und William ("Bill") Henry Gates III ein Unternehmen mit dem Namen Microsoft Corporation. Dieses Unternehmen ist seit etwa Anfang der 80er Jahre mit Produkten am Markt vertreten, die als Betriebssysteme für Computer genutzt werden können und auch genutzt werden. Und zwar häufig. Über 90% aller Computer für Privatanwender auf diesem Planeten laufen unter einem Betriebssystem von Microsoft. Und auch Bürosoftware, Spiele und Spielekonsolen, Medienabspielprogramme und tragbare Medienspieler vermarktet die Firma sehr erfolgreich. Inzwischen findet man die Software der Firma sogar schon in Telefonen und Autos. Böse Zungen behaupten allerdings, die Firma sei nicht etwa deshalb so erfolgreich, weil ihre Produkte so gut sind. Sie sei vielmehr deshalb Marktführer, weil sie lästige Konkurrenz immer wieder mit unfairen und teilweise rechtswidrigen Mitteln aus dem Markt gedrängt habe. Es hat dazu viele Gerichtsverfahren gegeben. Einige hat das Unternehmen verloren, andere hat es gewonnen. Ich werde das hier nicht werten. Wer sich dafür interessiert, der sollte sich mit seriösen, öffentlich zugänglichen Quellen informieren.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Vor zwei Jahren ist noch etwas anderes passiert, was den heutigen Zustand befördert hat. Der Hersteller der von mir verwendeten Bürosoftware hatte sich entschlossen, das von ihm selbst entwickelte und von mir fast blind beherrschte Bedienkonzept über den Haufen zu werfen. Es war also klar, dass ich mich über kurz oder lang würde umgewöhnen müssen. Jedes Betriebssystem und jedes Programm hat sicher seine Stärken und seine Schwächen. Warum also nicht einmal ein völlig anderes Produkt ausprobieren, wenn ich mich ohnehin umgewöhnen muss? Diese Frage machte sich in meinem Kopf immer breiter und breiter. So habe ich mir letztes Jahr im Herbst meinen ersten Apple-Computer angeschafft. Ein kleines, handliches Notebook aus Aluminium. Schön, schnell und die Bedienung habe ich auch zügig erlernt. Ich wollte es einfach einmal versuchen. Außerdem hatte ich gelesen, dass der Wiederverkaufswert dieser Geräte außergewöhnlich hoch ist. Wenn es mir nicht zusagen sollte, könnte ich es immer noch mit relativ geringem Verlust verkaufen und wieder auf Windows zurückkommen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2984980998/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3234/2984980998_87060c8153.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Am ersten April 1976 hoben Steven "Steve" Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne ebenfalls eine Firma aus der Taufe. Angeblich in einer Garage. Apple, so nannten sie diese Firma, hatte auch etwas mit Computersoftware zu tun, aber das Konzept von Apple unterschied sich von der Strategie Microsofts. Während Microsoft sich auf die Entwicklung von Betriebssystem und Programmen konzentrierte, begriff man Software und Hardware bei Apple eher als Einheit, die man zusammen entwerfen sollte, damit sie optimal aufeinander abgestimmt sind. Man baute Computer, die am Markt als hochwertig und innovativ angesehen wurden und werden, die aber vergleichsweise teuer sind. Microsoft und Apple haben millionen- wenn nicht sogar milliardenschwere Händel miteinander ausgefochten. Ob Apple dabei immer fair gehandelt hat, und wer in den Jahrzehnten bei wem Ideen geklaut hat, vermögen nur Juristen zu beurteilen. Vermutlich selbst die nicht, denn die haben zwar Ahnung von Paragraphen, selten aber von Computern. So oder so: In den neunziger Jahren steckte Apple in einer tiefen Krise. Kaum jemand wollte noch Apple-Computer kaufen, denn die Welt lechzte nach günstigen Rechnern, die nach zwei Jahren durch einen neuen, noch schnelleren ausgetauscht werden können. Die Kunden riefen nach standardisierter Bürosoftware, die weltweit austauschbare Dateien erzeugt. Diese Programme gab es. Aber nicht von Apple. Die Krise konnte schließlich abgewendet werden. Der Firma Microsoft gebührt an dieser Stelle Dank dafür, dass sie den lästigen Konkurrenten Apple nicht vom Markt gefegt hat. Hätte sie nämlich sicher gekonnt. Sie tat aber das genauer Gegenteil: Microsoft versprach, seine Office-Software auch für das Betriebssystem des Konkurrenten weiter zu entwickeln, und sicherte diesem damit die Kundschaft. Ferner beteiligte sich Microsoft auch finanziell: Die Firma kaufte Aktien von Apple. Im Gegenzug verzichtete Apple darauf, einen noch schwelenden Streit um Apple-Patente, die Microsoft angeblich verletzt hatte, weiter zu verfolgen.  &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Jünger mag ich ja überhaupt nicht. Ich meine nicht den Ernst. Von dem weiß ich zu wenig, um ihn nicht zu mögen. Ich meine Jünger im Sinne von "enthusiastischer Anhänger". Gerade die Anhänger des Systems mit dem angebissenen Apfel als Logo haben etwas jüngerhaftes. Die Jünger des angebissenen Apfels. "Das ist das beste aller Betriebssysteme." jubilieren sie. "Es ist so schön, und so einfach zu bedienen" wird frohlockt. Sie jauchzen: "Irre schickes Design und dabei so sicher!". "Und Microsoft ist sowieso hinterhältig, fies und gemein!" verteufeln sie in religiös anmutendem Eifer. Das nervt extrem! &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich breche hier nicht den Stab über Microsoft. Apple und Microsoft verfolgen unterschiedliche Konzepte, beide haben ihre Berechtigung. Und eines von beiden ist am Markt sehr erfolgreich. Deshalb gibt es viele Leute, die Windows-Rechner bauen. Dabei stellen sie sich nun einmal mehr oder auch weniger geschickt an, arbeiten sorgfältig oder schlampig. Und genau mit dieser Spannweite an Qualitätsstufen findet man auch Windows-Rechner am Markt. Wer entsprechend tiefer in die Tasche greift, der bekommt auch einen vernünftig konfigurierten, sicheren Rechner. Oder man muss selbst etwas Ahnung haben, und die Sicherheit und Funktionalität der Konfiguration selbst gewährleisten. Wer keine Ahnung und kein Geld hat, kennt vielleicht jemanden, der Ahnung oder Geld zur Verfügung stellt. Oder der Rechner ist eben nicht so flott, nicht so sicher oder beides. So sieht's aus. Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde jemals ernsthaft behaupten, dass die Computerei einfach ist. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Apple hingegen behält sich das Bauen der Rechner selbst vor. Es gibt nur wenige mögliche Hardwarekonfigurationen, entsprechend klein ist der Treiberwirrwarr. Und alle Geräte werden sehr sorgfältig gebaut und geradezu liebevoll konfiguriert. Das hat eben seinen Preis. Es erwartet ja auch niemand, dass ihm der Mercedes-Händler die neueste Limousine mit dem Stern zum Preis eines gebrauchten Volkswagen verkauft, oder?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dann kam der iPod. Ein schickes, bezahlbares Gerät zum mobilen Abspielen von digitalisierter Musik. Die Idee war nicht revolutionär, auch nicht die verwendeten Bauteile. Aber man baute eben alle aktuelle Ideen zu diesem Thema aus bewährter, am Markt befindlicher Hardware zum ersten Mal in einem Gerät zusammen. Und das hatte dann auch noch ein gefälliges Äußeres und war intuitiv zu bedienen. Mit der Mediendatenbank iTunes bekamen die Käufer ein kostenloses und einfach zu bedienendes Programm an die Hand, ihre CD-Sammlungen zu digitalisieren, den Überblick über diese Daten nicht zu verlieren, und die Geräte mit Musik zu befüllen. Genialer Schachzug nebenbei: wer iTunes bedienen kann, kennt damit auch schon die Bedienlogik einiger Programme des Apple-Betriebssystems MacOSX. Mit dem iTunes-Store gab es schließlich die Möglichkeit, digitale Musik und später auch Filme legal und abseits der Schmuddelszene der Tauschbörsen zu erwerben. Das Konzept war und ist bis heute ein Riesenerfolg. In diesem Gebiet ist Apple Marktführer. Und mit dem iPhone scheint sich diese Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Der Fortbestand von Apple ist wohl auf absehbare Zeit gesichert.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2872276929/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3248/2872276929_5b103abcd7.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;In meiner Wohnküche stand bis vor kurzem ein ziemlich großer Fernseher. Davor ein Campingstuhl und auf dem Küchentisch noch das Notebook, um hin und wieder auch während eines Fernsehabends die Emails abzurufen. Fernseher, Campingstuhl und Notebook habe ich jetzt ins Schlafzimmer verbannt. In der Wohnküche steht jetzt ein fast leerer Schreibtisch aus einem nackten Metallgestell und einer mattglänzenden Tischplatte mit einem thronartigen Chefsessel davor. Natürlich ist beides schwarz. Nichts soll ablenken von dem, was auf dem Schreibtisch steht, der wegen dieses Minimalismus fast schon wie ein Altartisch wirkt: eine kleine, fast winzige, kabellose Maus ohne Knöpfe und eine putzige Alutastatur, natürlich auch kabellos und très chic. Dahinter steht ER: Riesig, nur aus blankem, edel mattiertem Aluminium und Glas. Die Einrichtung aller Programme, Daten und Einstellungen war, dank eines genialen, im Lieferumfang enthaltenen Programms, in etwas mehr als vier Stunden erledigt, und zwar in meiner Abwesenheit. Fernsehen kann man darauf natürlich auch, dazu war nur ein winziger USB-Pömpel nötig, den ich noch in der Tasche für mein altes Notebook gefunden habe. Die Software dafür kostet zwar mehr als ein Appel und ein Ei, aber egal! Dafür ist sie schön und einfach zu bedienen. Noch besser und schöner sind auf dem hochauflösenden Bildschirm natürlich die Dokus in HD aus dem iTunes-store. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass es für dieses Betriebssystem praktisch keine Viren gibt? Es lohnt sich für Hacker einfach nicht, ein Betriebssystem anzugreifen, das einen so geringen Marktanteil hat.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/4194455645/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm3.static.flickr.com/2570/4194455645_8c97282f33.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Morgen werde ich mir einen angebissenen Apfel auf die Stirn tätowieren lassen. Für nächste Woche ist meine Taufe am südlichen Strand der Bucht von San Francisco terminiert. Von dort aus geht es dann zur ersten Pilgerreise ins nahe gelegene Cupertino, dem Firmensitz von Apple.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Amen!&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-6718082079490046682?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/6718082079490046682/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/12/9-der-angebissene-apfel.html#comment-form' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/6718082079490046682'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/6718082079490046682'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/12/9-der-angebissene-apfel.html' title='9. Der angebissene Apfel'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3234/2984980998_87060c8153_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-7642956317244888469</id><published>2009-05-27T15:17:00.022+02:00</published><updated>2011-08-04T00:48:46.623+02:00</updated><title type='text'>8. Der Gipfelsturm am Stiftskirchengebirge</title><content type='html'>Ich streife durch die Straßen meiner Stadt und finde mich vor einer Türe wieder. Diese Türe habe ich in den letzten zehn Jahren gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Vor allem an Samstagen. Diese Türe ist offen und es ist ein Schild darauf befestigt. Auf diesem Schild steht in unmissverständlichen Worten: "Jeden Samstag um 12.00 Uhr Turmführung !" Leerstelle, Ausrufezeichen. Normalerweise fällt mir solcherart typografischer Blödsinn immer auf, und eine dazu passende bissige Bemerkung ein. Nicht so heute. Heute ist ein besonderer Tag: Es regnet. Es ist Samstag, 11.57 Uhr! Ich habe seit fast 20 Jahren geradezu bestialische Höhenangst. Und ich gehe da jetzt rauf! &lt;br /&gt;&lt;div&gt;Moment mal! Was war das gerade? Nicht das mit der Uhrzeit. Ich meine den Satz danach, den mit dem "...ich gehe da jetzt rauf". &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3434780780/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3384/3434780780_b7b6a4ddb2.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Stiftskirche in Neustadt hat zwei gewaltige Sandsteintürme. Der Südturm misst von der Basis bis zur Spitze 56 Meter, der Nordturm ist noch einmal 8 Meter höher. Warum haben die Türme eigentlich eine so unterschiedliche Größe? Ursprünglich waren die beiden immer mehr oder weniger baugleich gewesen, und bis zu den in etwa 38 Metern Höhe gelegenen, begehbaren Plattformen sind sie das auch heute noch. Sie wären es auch oberhalb der 38 Meter-Grenze, wenn da nicht die Türmer von Neustadt gewesen wären. Die lebten als städtische Angestellte viele Jahrhunderte lang im Dachaufbau des Südturms und wachten über die Stadt und das Umland. Ob herannahende Franzosenheere oder wütende Feuersbrunst, ihnen entging wegen ihrer exponierten Wohnsituation nichts. Doch das Leben im Dachstuhl eines Glockenturms war alles andere als komfortabel und die Bezahlung der Türmer nicht gut. Der Rat der Stadt beschloss daher im Jahr 1730, dass es notwendig sei, ein Türmerhaus zu errichten. Von der Einsicht in die Notwendigkeit bis zur Durchführung vergingen noch einmal neun Jahre, und so wurde im Jahr 1739 der Dachstuhl des Südturms abgetragen und durch ein zweigeschossiges Barockhäuschen ersetzt. So kam es zu der unterschiedlichen Höhe der Türme und die Stadt Neustadt zu dem unverwechselbaren Wahrzeichen ihrer ungleichen Zwillingstürme.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Raum hinter der Türe ist bereits gut gefüllt. Unter anderem fällt mir eine größere Gruppe Wanderer auf, deren Sprachmelodie mir merkwürdig vertraut erscheint. Rheinländer! Ich schließe mich ihnen an. Der Rheinländer fühlt sich auch im Exil im Rudel wohler. Außerdem werden sie von einer Dame begleitet, die ich spontan sympathisch finde. Ein weiteres Schild springt mir ins Auge. Dieses ermahnt den Besucher im Namen des Presbyteriums, nicht zu rauchen. Es macht ferner darauf aufmerksam, dass es beschwerlich und gefährlich ist, die Türme zu begehen. Danke! Das hab' ich jetzt gebraucht! Welche Gefahren mögen da auf mich lauern? Fledermäuse, die mich mit irrem Kichern von hinten anfallen und irgendwo herunterschubsen? Schubsende Fledermäuse im Glockenturm - das kennt man ja spätestens seit dem Cartoon von MGM. Oder sind es gar morsche Holzstufen, die genau in dem Augenblick ihr mehr als fünfhundertjähriges Bestehen beenden, da ich darüber laufe? Ein Filmklassiker, geradezu ein filmischer Archetypus. Bekannt aus dutzenden von Abenteuer- und Gruselfilmen. Steintreppen, die vom Blitz getroffen zusammenbrechen? So etwas hab' ich im "Highlander" schon gesehen. Da hat allerdings Kurgan der Kirgise vorher schon mit seinem Schwert die Architektur mürbe geprügelt. Das kann man hier vermutlich ausschließen. Wahnsinnige, mordlustige Kirgisen habe ich heute noch keine gesehen, schon gar nicht solche mit Zweihänderschwertern. Gewitter haben wir auch keins. Möglicherweise hüpft gar ein buckliger Glöckner auf den Wasserspeiern herum und schmeißt mit Sandsteinquadern, um für seine geliebte Esmeralda Asyl zu erzwingen? Vielleicht besteht auch die Möglichkeit einer Ohnmacht, die mich im Moment größter Gefahr hinterhältig übermannt und stürzen lässt? Ach was soll's. Daran, dass der Weg beschwerlich ist, habe ich ohnehin nie gezweifelt, und die Gefahren können so schlimm nicht sein, sonst hätte die Stadt die Turmführungen längst untersagt. Da muss ich jetzt wohl durch! &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3577827259/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3316/3577827259_e23e9213e3.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Beschwerlich war das Leben der Türmer in früheren Zeiten. Die mussten jeden Tropfen Wasser vom Marktbrunnen holen und nach oben schleppen. Erst 1900 wurde eine Wasserleitung gelegt, aber wegen des geringen Wasserdrucks in Neustadt nur bis ins Erdgeschoß. Für das vierte Turmgeschoß reichte der Wasserdruck dann 1925, zum ersten Mal gab es jetzt im Turm eine Waschstelle und eine Toilette. Bis dahin mussten die Abwässer ebenfalls mit Eimern heruntergebracht werden. Das hat natürlich nicht jeder Türmer durchgehalten. Man stelle sich vor: Im Winter jeden Tag mehrmals einen Eimer Fäkalien all die Stufen nach unten bringen. Die haben ja da oben mit Frau und Kindern gewohnt. Und das in einer Zeit, als ein Paar mit drei Kinder noch nicht als kinderreiche Familie galt. Da konnte so mancher Türmer der Versuchung nicht widerstehen, die braune Brühe über das Kirchendach zu entsorgen. Das fand das Presbyterium natürlich weniger gut. Oder Brennholz. Schleppen Sie einmal im Winter Brennholz auf einen Kirchturm. Dann wissen Sie aber vor lauter Schwitzen nicht mehr, ob sie den brennenden Ofen überhaupt noch brauchen. Selbst wenn Ihre vielköpfige Kinderschar vor Kälte schreit!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Turmführerin erklärt uns mit leuchtenden Augen die verschiedenen touristisch bedeutsamen Superlative der Stiftskirche, während wir mit beunruhigendem Tempo immer weiter nach oben steigen. An der Basis zwei Meter dicke Wände, die Betonwendeltreppe aus dem Jahr 1928, die eine einheimische Firma mit einem damals ganz neuen Verfahren hergestellt hat, die Kaiserglocke, größte Gußstahlglocke der Welt, schwingt in einem tiefen "es" und ist mit 14 Tonnen die zweitschwerste Glocke Deutschlands.... und, und, und. Viel spannender finde ich die vielen Anekdoten über die Türmer, mit der sie ihre Erklärungen würzt. Während ich diesen Geschichten lausche, nehme ich meine Mit-Turmbesteiger etwas genauer unter die Lupe. Habe ich da unter der Regenjacke nicht eben einen länglichen Gegenstand metallisch aufblitzen sehen? Oder der Mann da im Halbschatten: geht der nur etwas gebeugt, oder hat der wirklich einen Buckel? Was war das für ein Schatten, der da soeben durch das Gebälk gehuscht ist. Und sollten wir die alte Holztreppe nicht lieber nach und nach benutzen, statt alle zusammen? Mit ungutem Gefühl im Bauch erklimme ich die letzten Stufen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3577837063/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3369/3577837063_e80f540e13.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die Besoldung der Turmwächter war schlecht, ihre Pflichten waren vielfältig und anstrengend. So mussten die Turmuhren aufgezogen, Signale für das Öffnen und Schließen von Stadttoren und Weinbergen gegeben und Feuerwehren zum Brandherd gelotst werden. Um ihre stete Wachsamkeit zu kontrollieren wurde von ihnen verlangt, dass sie nachts den Stundenschlag der Glocke durch einen Hammerschlag auf eben diese Glocke quittierten. Das bedeutete: Jede Stunde raus aus dem Bett und zwei Turmstockwerke nach unten laufen. Der Turm hat neben dem Türmerhäuschen nur vier Stockwerke, Sie können sich also vorstellen, wie hoch so ein Turmstockwerk ist und wie vielen Treppenstufen das entspricht. Dann durch den Dachstuhl der Kirche in den Nordturm, dort ein Turmstockwerk nach oben und mit dem großen Hammer einen Schlag auf die Glocke. Dann wieder den ganzen Weg zurück. An eine geordnete und gesunde Nachtruhe war da nicht zu denken. Und was ist mit...wie soll ich sagen... Familienleben? Immerhin hat es einer der Türmer auf die bemerkenswerte Kinderschar von 13 (!) Sprösslingen gebracht. Nur, um das zu verdeutlichen: das ist eine komplette Fussballmannschaft mit zwei Ersatzspielern. Oder die Besatzung eines olympischen Ruderachters mit Steuermann und Trainer und drei Bootstechnikern. Und das bei der gestörten Nachtruhe! Oder vielleicht gerade deshalb? Wie dem auch sei: Irgendwann ist einer der Türmer (vielleicht auch seine Frau) auf die Idee gekommen, ein Drahtseil aus dem Fenster der Türmerwohnung in ein Fenster des Nordturms zu spannen, von dort aus ins Glockengeschoss um es daselbst mit dem Schlagwerk der Glocke zu verbinden. Von nun an war Schluss mit der nächtlichen Rennerei, denn der Quittungsschlag konnte bequem vom Bett aus getätigt werden. Die tiefe Einkerbung im Sandstein des Fensters im Nordturm zeugt noch heute von diesem pfiffigen Turmwächter (bzw. seiner Frau). Der Lohn für die ganze Plackerei war allerdings karg, davon eine Familie, schon gar eine werdende Fußballmannschaft zu ernähren war schlechterdings unmöglich. So hatte jeder Türmer einen Nebenberuf. Der Kurfürst persönlich hatte ihnen das exklusive Recht zugebilligt, öffentlich Musik aufzuspielen. Das taten sie natürlich nicht umsonst. Wer nicht spielen konnte, durfte dieses Recht auch an andere Musikanten veräußern. So kam man über die Runden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3578649906/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3624/3578649906_a58c91aae8.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Inzwischen sind wir in der Türmerwohnung angekommen. Unsere Führerin erklärt uns, dass das Geländer der Plattform 1794 von französischen Revolutionstruppen demontiert und ins damals noch Französische Landau verbracht wurde. Es wird noch heute auf dem dortigen Stiftskirchenturm verwendet - eine Frechheit! Ende der 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, also rund 160 Jahre später, kam endlich jemand auf die Idee, einen Versuch zu unternehmen, die Landauer zur Rückgabe des Geländers aufzufordern. Auf die Dauer ist das ja für die Türmerfamilien kein Zustand: so ganz ohne Geländer in 38 Meter Höhe. Das ging natürlich in die Hose. Die Landauer hatten sich inzwischen so sehr an das Geländer gewöhnt, dass sie es nicht herausrücken wollten. Kann man ja auch irgendwie verstehen, denn es ist ein sehr schönes Geländer. Also musste ein neues gebaut werden. Das wurde im Jahr 1963 dann mit viel Tamtam montiert, und schützt seitdem Türmer, Türmerin, Kinder, Katzen und Besucher vor dem Herunterfallen. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich der Kunstschlosserei Bäcker aus Neustadt in diesem Augenblick dafür bin. Ich stehe nämlich inzwischen hoch über dem Marktplatz auf regenfeuchten, glitschigen und vor allem schmalen Holzplanken. Ein nur 110 cm niedriges Geländer hindert mich daran, ein raumgreifendes und auch blutiges Ende auf dem Dach des Verkaufswagens der netten Fischhändlerin zu nehmen, bei der ich Samstags immer so gerne einkaufe. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Auch den Französischen Revolutionstruppen bin ich zutiefst zu Dank verpflichtet. Das entwendete Original war nämlich noch ein paar Zentimeter niedriger, als das was mich jetzt beschützt. "Vive la France! Vive la Révolution!" möchte ich am liebsten über den Marktplatz hinausschreien, aber mein Hals ist trocken und ich bekomme kein Wort heraus. Trotz des trüben, regnerisch-kühlen Wetters rinnt mir der Schweiß in Strömen. Ich kann die Kamera kaum halten, deshalb habe ich sie mir vorsorglich am Hals befestigt. Niemand wundert sich, denn ich habe im Vorfeld jedem, der es wissen wollte - auch jedem, der es nicht wissen wollte - von meiner Höhenangst erzählt. Und siehe da: ich war nicht der Einzige. Bei Weitem nicht! Ich werde vielmehr das Gefühl nicht los, dass ich mich hier in einer Art Akrophobie-Selbsthilfegruppe befinde. Ich habe die ISO-Empfindlichkeit der Kamera hochgedreht. So komme ich auf kürzere Belichtungszeiten und das Zittern fällt nicht so auf. Aber wie dem auch sei: Die Aussicht auf mein Neustadt ist spektakulär! Grandios, möchte man sagen! Sogar meine alte Wohnung in der Kunigundenstraße kann ich sehen. Die Hurra-Atome in meinem Gehirn mischen sich mit dem ganzen Panik-Adrenalin vom Aufstieg, und das macht mich ganz wuschig. Wohl besser, wenn ich jetzt wieder hineingehe. Sonst komme ich womöglich noch auf die Idee, ich könne fliegen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3452866258/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3619/3452866258_b8e4c4c813.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #0000ee; text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;In den Chroniken der Stadt liest man immer wieder davon, dass in früheren Zeiten die Turmwächter, auch Turmknechte oder Zinkenisten genannt, auf dem Turm ein loses Leben voller Ausschweifungen geführt haben sollen. Was man sich darunter vorzustellen hat, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Fest steht jedoch, dass die Türmer, die ja zum größten Teil auch Musiker waren, regelmäßig ermahnt wurden, nicht spät nachts zu musizieren. Kann ich nachvollziehen. Ich höre nachts auch schon mal ganz gerne etwas lautere Musik. Irgendwann bekomme ich dafür bestimmt auch Ärger. Auch sollen einige der Turmwächter ihrer Pflicht, nachts die Glocken zu schlagen nicht immer sehr ernst genommen haben. Was denn nun? Erst sind sie zu laut, dann sind sie wieder zu leise... Und das bei der miesen Bezahlung. Außerdem sorgten noch die bereits erwähnten Fäkalien auf dem Kirchendach für Misstöne in der Stadtverwaltung.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wir steigen wieder vom Turm herab und machen dabei noch einen kleinen Umweg ins Glockengeschoss des Nordturms. Da hängt das richtig große Geläut. Der dickste Brocken ist die Kaiserglocke. Alleine der Klöppel wiegt rund drei mal so viel wie mein Mopped. Zum Stundenschlag wird die Glocke allerdings nur mit einem mechanisch betätigten Hammer angeschlagen. Das hat den Vorteil, dass man als besichtigender Tourist nicht während der Führung vor 14 Tonnen hin- und herpendelnden Gussstahls erschlagen wird. Und man kann sich, wenn man das möchte, nach dem Anschlagen in die noch lange nachschwingende Glocke stellen, und die Vibrationen genießen. Ein Wahnsinnsgefühl!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3452888524/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3325/3452888524_941825d3b1.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #0000ee; text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Im Jahr 1755 wurde Joseph Hayn zum Türmer ernannt. Er war als fahrender Musikant nach Neustadt gekommen und hatte zunächst als Geselle bei seinem Vorgänger angefangen. Er begründete eine Türmerdynastie, die endlich Ruhe ins Gebälk der Stiftskirche brachte. Die Familie Hayn stellte von nun an für die nächsten 215 Jahre alle Türmer und Türmerinnen, bis zu Heinrich Hayn, dem letzten Turmwächter von Neustadt. Er war im Frühling des Jahres 1970 wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Als ihm klar wurde, dass er diese Krankheit nicht überleben würde, bat er darum, wieder ins Türmerhaus gebracht zu werden, in dem er im Jahr 1891 das Licht der Welt erblickt hatte und in dem er sein ganzes Leben gewohnt hatte. Sanitäter, die Feuerwehr und seine Tochter Linda erfüllten ihm diesen Wunsch am 21. März 1970. Als seine Tochter schließlich am 25. März zu ungewohnter Zeit die Kaiserglocke läutete wussten die Neustadter, dass ihr letzter Türmer gestorben war.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Beim Verlassen des Turms unterhalte ich mich noch kurz mit einem der Wanderer. Mit "Rheinländer" lag ich gar nicht so schlecht. Die Gruppe ist aus Bonn angereist. Ursprünglich stammen die zwar nicht von dort, aber wer mehr als ein Jahrzehnt im Rheinland verbringt, der gehört dort in der Regel dazu. Völlig egal, welcher Religion, Muttersprache, Hautfarbe oder Nationalität der Zugereiste angehört. "Sie werden assimiliert - Widerstand ist zwecklos. Prost und Alaaf!" Wir Rheinländer sind schließlich die Borg des Deutschland-Quadranten.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die nette Dame, die die Gruppe begleitet hat, das erfahre ich eine Woche später zufällig, ist Wirtin in einer Neustadter Gaststätte. Ich gehe manchmal an Sonntagen dort frühstücken. Sie ist mir sofort bekannt vorgekommen, ich konnte sie aber nicht zuordnen, weil ich mich als Morgenmuffel zum Frühstück eher mit der Lektüre von Krimis beschäftige als auf meine Umgebung zu achten. Vielleicht gehe ich ja in der nächsten Zeit auch einmal am Abend dort hin. Wo ich aber ganz sicher noch einmal hingehen werde ist hoffentlich klar: Der Turm hat mich nicht zum letzten Mal gesehen. Der nächste Gipfelsturm erfolgt bei schönem Wetter!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3480539804/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3538/3480539804_de8d05cb69.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;P.S.:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wen die Geschichten um die Türmer von Neustadt ebenso anrühren wie mich, dem sei &lt;a href="http://alle-meine-buecher.blogspot.com/2009/04/axel-rehe-die-turme-der-stiftskirche.html"&gt;dieses&lt;/a&gt; Buch empfohlen.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-7642956317244888469?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/7642956317244888469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/8-der-gipfelsturm-am.html#comment-form' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/7642956317244888469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/7642956317244888469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/8-der-gipfelsturm-am.html' title='8. Der Gipfelsturm am Stiftskirchengebirge'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3384/3434780780_b7b6a4ddb2_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-5071830033223452110</id><published>2009-05-10T15:41:00.009+02:00</published><updated>2011-08-04T07:24:26.366+02:00</updated><title type='text'>7. Der Wächter</title><content type='html'>&lt;div&gt;Ich streife durch meine Gegend und finde mich im zoologischen Garten in Landau wieder. Der liegt nahe der Universität in den Resten der ehemaligen Stadtbefestigung und ist für mich gut zu erreichen. Ich habe mich dort sogar schon mit den Schülern meiner Biologie-Leistungskurse getroffen. Wir haben uns über evolutionäre Anpassungen an ökologische Gegebenheiten ausgetauscht, uns um das Für und Wider der Zoohaltung gestritten und letzten Endes auch unseren Spaß beim Betrachten der Tiere gehabt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und natürlich zieht es mich wieder unwiderstehlich zu IHM. ER ist mir schon so oft aufgefallen. ER steht auf seinem kleinen Hügel im Erdmännchengehege und bewacht mit grimmiger Miene seinen Clan. ER steht den ganzen Tag an dieser Stelle, schaut mal nach vorne, mal nach hinten, bald nach der einen Seite, dann wieder zur Anderen... &lt;/div&gt;&lt;div&gt;ER ist... &lt;/div&gt;&lt;div&gt;DER WÄCHTER.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3326318572/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3658/3326318572_859538de0a.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich habe ich Zoos nie gemocht. Enge Tierknäste mit verhaltensgestörten Elefanten in viel zu kleinen Gehegen. Depressive Menschenaffen die den ganzen Tag traurig am Gitter herumhängen oder zornig auf Panzerglas eindreschen und verkrüppelte Flamingos die verstört auf der Wiese herumstehen. Aber die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch die zoologischen Gärten. Man hält immer weniger Tiere auf immer mehr Platz, Wildfänge sind inzwischen tabu und es gibt weltweite Nachzuchtprogramme für vom Aussterben bedrohte Tierarten. Natürlich hat sich auch meine Wahrnehmung verändert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nehme das 300er Tele und beobachte die Erdmännchen durch die Kamera. Irgendwo am Rand des kleinen Geheges wird fleißig gegraben. Dabei steckt eines der possierlichen Tierchen bis zum Bauch in einem Erdloch und schaufelt aus Leibeskräften Erde mit seinen Vorderbeinen zwischen den Hinterbeinen hindurch. Diesen Anblick möchte ich festhalten. Aber, wie auf ein geheimes Zeichen, steht auf einmal DER WÄCHTER im Bild und schaut mich durch das Teleobjektiv hindurch mit mürrischem Gesichtsausdruck an. Erst vor ein paar Tagen habe ich im Fernsehen einen lustigen Trickfilm gesehen. Unter anderem ging es um die Flucht einiger Zootiere aus dem New Yorker Zoo. Eine wichtige Rolle spielte hierbei eine Gruppe militärisch straff organisierter Pinguine und ein durch sie gebuddelter Fluchttunnel. "Die Erdmännchen wollen sich in die Freiheit graben, und DER WÄCHTER steht Schmiere." schießt es mir durch dem Kopf, und ich kann vor Lachen erst einmal nicht mehr fotografieren. Ein anderer Besucher ist inzwischen ebenfalls auf den Tunnelbauer aufmerksam geworden: "Was ist, wenn die Erdmännchen sich bis auf die andere Seite graben?" fragt ein kleines Mädchen seinen Vater.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3458428753/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3609/3458428753_3568b3049c.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Gar nicht zum Lachen war die Haltung der Zootiere noch vor wenigen Jahrzehnten: So wurden Braunbären früher in den so genannten Bärenzwingern gehalten. Das waren kahle, nach oben offene und an den Wänden betonierte Gruben, in denen sich die Einzeltiere meist zu dritt oder zu viert nicht aus dem Weg gehen konnten, denn Bärenzwinger waren erschreckend klein. So etwas habe ich noch vor etwas mehr als zehn Jahren sehen müssen - ich verrate jetzt nicht in welcher Stadt das war, denn man will ja niemanden anprangern. Unwürdig, so etwas! In Landau bietet sich dem Besucher ein anderes Bild: Zum Gelände des Zoos gehört ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigungsanlage. Der Stadtgraben enthält heute kein Wasser mehr, sondern Bären. Und zwar erfrischend wenige. Das mit Bäumen und Büschen bepflanzte Gelände hat eine für Zooverhältnisse komfortable Größe, die Tiere können sich gut aus dem Weg gehen und müssen sich auch nicht vom Publikum angaffen lassen, wenn sie das nicht wollen. Als Besucher wird man über einen Steg in luftiger Höhe an dem Gehege vorbeigeführt, wenn man Glück hat, kann man einen Blick auf die Bären erhaschen, wenn nicht ist das auch gut, denn man hat wenigstens ein gutes Gewissen den Tieren gegenüber. Trotzdem bin ich mir sicher, dass Meister Petz lieber im Bayerischen Wald herumtoben würde, als im Stadtgraben von Landau. Aber wie es den Bären dort ergeht, haben wir ja vor einiger Zeit in den Nachrichten gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;DER WÄCHTER hat sich inzwischen vor der Tunnelbaustelle auf den Boden geworfen. Er rollt eine Weile hin und her, und entfernt sich dabei nach und nach von dem Loch. Geschickt zieht er die Aufmerksamkeit der Beobachter auf sich indem er die putzigsten Possen reißt. Im Loch wird weiter gebuddelt. Wieder muss ich an die Trickfilmpinguine denken. "Nicht vergessen Leute: süß und knuddelig, süß und knuddelig!" raunt der Chef der Pinguinbande seinen Kumpanen zu, als sie auf der Flucht von der Polizei gestellt werden. Und auf dieses Kommando hin gebärden sich die Vögel so drollig, dass niemand auf die Idee kommt, ihnen eine absichtliche Flucht, verschlagene Planung oder gar militärischen Drill zuzutrauen. Ein genialer Schachzug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3459555944/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3551/3459555944_435b9a7d9c.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wünsche ich allen Zootieren kompromisslos die Freiheit. Aber Wunsch und Wirklichkeit passen nicht immer zusammen. Nehmen wir die Wildtiere Ghanas. Ghana passt zwar nicht unbedingt zu den Erdmännchen, ist aber trotzdem ein gutes Beispiel. Durch medizinische Versorgung und durch bessere Nahrungsmittelversorgung konnte die Sterblichkeit hier in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden - allerdings reden wir jetzt von den Menschen, nicht von den Menschenaffen. Da die Geburtenrate aber nicht im gleichen Maß gesenkt wurde, steigt die Bevölkerungszahl an. Und zwar schnell. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Bevölkerung fast verdoppelt. Und dieses Mal ist Benedikt nicht einmal schuld, denn hier sind nur 10% der Menschen katholisch.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;"Alles halb so wild, in Ghana wird ohnehin traditionell viel Fisch gegessen, und die Fischgründe vor der Küste sind reich." werden Sie vielleicht jetzt einwenden. "Doch ein Problem, denn die Meere rund um Europa leiden an Überfischung." würde ich ihnen dann antworten. Die hoch subventionierten europäischen Fabriktrawler weichen immer häufiger an die afrikanischen Küsten aus. Die Lizenzen dafür gibt es in jedem Drittweltland für einen Appel und ein Ei, oder man bleibt gleich in internationalen Gewässern und fischt die mit kilometerlangen Schleppnetzen buchstäblich leer. Das Ergebnis ist immer das gleiche: die einheimischen Fischer fangen immer weniger. Und wenn der Hunger kommt, besinnt man sich auf eine alte Tradition zur Überbrückung von Notzeiten: Bushmeat. Als Bushmeat bezeichnen die Menschen dort die Tiere, die man in den Savannen und den Regenwäldern jagen kann. Gegessen wird in der Not quasi alles, was nicht zurückschießt. Und das sind nicht selten alte Bekannte aus den Zoos: Warzenschweine, Antilopen, Schimpansen, Paviane, Gazellen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;DER WÄCHTER startet als Geheimwaffe jetzt seine Charmeoffensive. Er räkelt sich genießerisch mit halb geschlossenen Augen im Sand und niemand außer mir beobachtet den Tunnelgräber. Der ist inzwischen ohnehin kaum noch zu sehen, da er fast in seinem Loch verschwindet. Die Erdmännchen haben meine volle Sympathie und ich habe beschlossen, sie nicht zu verpfeifen. Als mich DER WÄCHTER noch einmal kurz anschaut, kann ich mir ein verschwörerisches Zwinkern nicht verkneifen. ER zwinkert zurück, ermahnt mich noch einmal, süß und knuddelig zu bleiben und wälzt sich unter den "Ach wie goooldig!"-Rufen der Zoobesucher wieder im Sand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="padding: 3px; text-align: left;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3459562524/" title="photo sharing"&gt;&lt;img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3637/3459562524_b3ca921b2b.jpg" style="border: solid 2px #000000;" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #551a8b; text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;Sehr nachdenklich verlasse ich den Zoo.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-5071830033223452110?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/5071830033223452110/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/7-der-wachter.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/5071830033223452110'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/5071830033223452110'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/05/7-der-wachter.html' title='7. Der Wächter'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3658/3326318572_859538de0a_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-776354703569002867</id><published>2009-02-18T21:39:00.037+01:00</published><updated>2009-02-23T00:01:24.320+01:00</updated><title type='text'>6. Der lange Winter</title><content type='html'>Ich streife durch die Straßen meiner Stadt, und ich sehe Grau. Hellgrau, Dunkelgrau, ganz, ganz helles Eisgrau (fast schon Weiß), Mittelgrau, Dunkelgrau, frostiges Glitzergrau, wolkiges Grau, Betongrau (wird z. Zt. für über 4,5 Mio. Euronen geräuschvoll saniert), Metallgrau, Waschbetongrau, ganz dunkles Mülltonnengrau, schmutziges Moppedgrau, Mausgrau, graue Klamotten, grauer Staub, grauer Schnee, grau, grau und nochmals grau! &lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3184328395/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3404/3184328395_a6395d4336.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Balkon ist grau, die Häuser sind grau, meine Haare sowieso, selbst die braun gestrichenen Fachwerkbalken der Altstadt sehen im Halbdunkel des morgendlichen Wegs zur Arbeit unter Kunstlicht grau aus.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Grau, grau und grau!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Es kotz mich an!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ICH KANN ES NICHT MEHR SEHEN!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich fange schon an, in meiner Wohnung herumzulaufen, um hier Gegenstände zu fotografieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3256177436/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3080/3256177436_19c723808c.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der Bleistiftspitzer! Das könnte ein schönes Bild werden. Oder der schicke Kugelschreiber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3249971195/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3018/3249971195_f157cc5e72.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(85, 26, 139); text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Das Notebook, das alte Balgengerät, der Kartoffelstampfer oder das Gyroskop.... alles tolle Bilder. Aber draußen bleibt es grau in grau.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3210819470/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3456/3210819470_f45d1a5e76.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(85, 26, 139); text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich mag mein graues Käsegesicht nicht mehr im Spiegel ansehen müssen. Und die ganzen Viren und Bakterien sollen doch gefälligst bleiben, wo der Pfeffer wächst! Ich will wieder umschwirrt werden von roten Marienkäfern, von signalgelben Wespen und goldfarbenen Schwebfliegen. Ich will wieder Frühling riechen. Jetzt! Ich weiß, dass es eigentlich zu früh ist für Frühlingsgefühle. Es ist Februar, was soll man da schon anderes erwarten. In meiner Kindheit habe ich Winter erlebt, in denen es im Februar immer noch einmal richtig kalt und verschneit wurde. Damals gab es ja auch noch keine Klimaveränderung. Oder es wusste wenigstens noch keiner. Aber für dieses Jahr ist es einfach genug. Wenn schon Klimaerwärmung, dann will ich auch etwas davon haben.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3199033801/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3398/3199033801_cc3732f997.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mir fällt erst jetzt auf, dass diese Gegenstände auf meinen Winterbildern alle eines gemeinsam haben: die Farbe Grau. Nicht auch das noch! In meiner Verzweifelten Suche nach Farbe werde ich auf dem Wochenmarkt fündig. Die kesse junge Marktfrau mit dem kleinen Piercing an der Oberlippe verkauft mir säckeweise Zitrusfrüchte, Kiwis und Granatäpfel. Damit inszeniere ich in meiner Küche Stilleben. Schreibt man das nach neuer Rechtschreibung eigentlich mit drei "L"?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3191883266/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3390/3191883266_2005d87705.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(85, 26, 139); text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Damals in Zwickau waren die Winter noch heftig. Bei Ausflügen ins Erzgebirge konnte man da schon einmal Ende Februar in Schneeverwehungen liegenbleiben. In meinem ersten Jahr in Zwickau wurde an meiner dortigen Schule noch gebaut. Im Winter habe ich mich dann öfter in Freistunden zu den Bauarbeitern in den Hof gestellt, um meiner Nikotinsucht zu fröhnen. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich einmal über den vielen Schnee im Zwickauer Winter gewundert. Einer der Arbeiter versicherte mir darauf glaubhaft, dass vor der Wende immer viel mehr Schnee gefallen sei. Im Ernst! &lt;br /&gt;In einem Jahr hatte ich dort Anfang Mai noch ein Schneegestöber und dann Ende des Monats die erste Hitzewelle. Benutze ich heute noch als Beispiel, um meinen Schülern Kontinentalität von Klima zu veranschaulichen: Da dauerte der Frühling glatt zwei Wochen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3194003789/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3455/3194003789_8e8bab5127.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(85, 26, 139); text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Beim Herstellen der inszenierten Fruchtsaftbilder habe ich dann doch noch für ein paar Stunden Farbigkeit vor Augen. Und gesund soll es ja auch sein, das viele Obst. Aber frische, heimische Erdbeeren wären mir dann doch lieber.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left; padding: 3px;"&gt;&lt;a href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3191040497/" title="photo sharing"&gt;&lt;img src="http://farm4.static.flickr.com/3470/3191040497_d537389a4d.jpg" style="border: solid 2px #000000;" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: rgb(85, 26, 139); text-decoration: underline;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-776354703569002867?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/776354703569002867/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/02/6-der-lange-winter.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/776354703569002867'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/776354703569002867'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2009/02/6-der-lange-winter.html' title='6. Der lange Winter'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3404/3184328395_a6395d4336_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-6043053207281951341</id><published>2008-12-31T11:46:00.022+01:00</published><updated>2009-07-12T10:34:53.893+02:00</updated><title type='text'>5. Das große Fest</title><content type='html'>Ich streife durch die Straßen meiner Stadt, und wohin ich auch gehe, ich treffe überall Menschen in rauen Mengen. Erwartungsvolle Vorfreude meine ich in ihren Gesichtern zu erkennen, die Kinder sind aufgeregt und so manch einer trägt ein Kostüm oder ein Musikinstrument, nicht selten auch beides. Noch vor ein paar Jahren wäre dieser Anblick für mich Grund genug gewesen, die Stadt fluchtartig zu verlassen, denn dies sind die untrügliche Anzeichen dafür, dass das Fest der Feste in der Pfalz sich seinem absoluten Höhepunkt nähert: Der Festumzug des Deutschen Weinlesefestes. DAS Neustadter Spektakel schlechthin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2908955191/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3043/2908955191_8cb9c6c4c4.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Noch vor ein paar Jahren habe ich am Hetzelplatz gewohnt, mit Blick auf den Bahnhofsvorplatz. Und das sollte man wissen, damit man versteht, warum ich mich am Tag des Umzugs früher immer nach &lt;a href="http://adolfkluth.blogspot.com/2008/08/dom-zu-speyer.html"&gt;Speyer&lt;/a&gt; oder ins idyllische Rhodt unter Rietburg abgesetzt habe. Auf dem Bahnhofsvorplatz werden schon Wochen vor dem eigentlichen Fest die "Haiselscher" aufgebaut. Das sind kleine Häuschen in Fachwerkoptik, in denen die Menschen auf harten Holzbänken sitzen, und "Neuen Wein" oder auch Rieslingschorle (das Glas mit Wein füllen und einen Spritzer Wasser dazu) aus Halblitergläsern bechern. Diese "Schoppengläser" werden dabei herumgereicht wie der brennende Joint in der Studenten-WG. "Der Schoppen muss kreisen" sagt man hier, weshalb man ihn ja auch "&lt;a href="http://www.leo-online.de/cgi-bin/cms_leo/cms_front.pl?da_cmd=artikel&amp;amp;id=303&amp;amp;pub=weinlex"&gt;Trollschoppen&lt;/a&gt;" nennt, aber das zu erklären würde jetzt zu weit führen. Dazu gibt es Schunkel- und Mitsingmusik auf der Bühne und deftige Pfälzer Gerichte. Das ist gesellig und es macht fröhlich und betrunken. Klasse für den der feiert, blöd, wenn man direkt daneben wohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/3153028483/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3246/3153028483_8faa2c4bd6.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Im Laufe der mehrwöchigen Feierlichkeiten wird irgendwann zusätzlich noch ein großer Rummel aufgebaut, mit Riesenrad und Kettenkarussell, und spätestens dann mischt sich die eben beschriebene Geräuschkulisse mit den Anmachsprüchen der Schausteller und den aus der Konserve stammenden Top Ten aus den Lautsprechern. Am letzten Wochenende des Festes wird stets noch einer draufgesetzt: Auf den Hetzelplatz werden dann kleine Zelte gestellt - für jede deutsche Weinbauregion eines. Hier gibt es dann neben den verschiedenen Weinen aus ganz Deutschland auch mediterrane Spezialitäten für die Toscanafraktion und dazu selbstverständlich leichte Jazzmusik. Hier wird mit Niveau getrunken!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2915024595/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3055/2915024595_6d47ed140b.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ich versuche einmal, das akustische Szenario in meinem damaligen Arbeitszimmer am Morgen des Festumzugs zu schildern: "Woooollt Ihr noch 'ne Rrrundeee?" und dazu irgendeine Boygroup aus den Lautsprechern des Riesenrads. "Das ist der Anton aus Tirol!" schallt es von den Haiselscher herüber, und direkt unter meinem Fenster gibt es zum Frühstück Dixiland. Wenn dann bei den Haiselscher zum fünfzehnten Mal versichert wird, dass der alte Holzmichel immer noch nicht das Zeitliche gesegnet hat, fängt direkt neben der Dixiland-Kapelle eine rücksichtslose Indiogruppe in verfilzten Alpakaponchos an, den Geräuschteppich mit Panflöten, Trommeln und Gesängen zuzukleistern. Die arbeiten jetzt mit tragbaren, batteriebetriebenen Verstärkern, und damit können die sogar gegen ein kleines Tambourcorps anstinken.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wo Sie grade sagen "Tabourcorps": das ist in der Regel der Zeitpunkt, zu dem ein GROSSES, mit der Bahn angereistes Tambourcorps durch die Betonunterführung vom Bahnhof zum Hetzelplatz marschiert. Und natürlich nutzen sie ihren durch die reflektierenden Tunnelwände erzeugten akustischen Vorteil gegenüber den Indios schamlos aus und spielen noch in der Röhre ihre Instrumente warm. "Laut" ist untertrieben! Auf jeden Fall verliert die Dixilandkombo. Und der genervte Anwohner. Wie gesagt: Schön, für den der feiert, es sei ihm von ganzem Herzen gegönnt. Aber wehe, wenn man direkt daneben lebt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Soweit, so gut. Beruhigend, dass ich inzwischen nicht mehr am Hetzelplatz wohne. Heute sehe ich das Fest viel entspannter und gelassener. Ich gehe in mein Lieblingscafé, &lt;a href="http://adolfkluth.blogspot.com/2008/11/4-das-caf-in-der-baustelle.html"&gt;seine Geschichte&lt;/a&gt; habe ich ja bereits erzählt, und frühstücke an einem schönen, sonnenbeschienenen Tisch. Dabei freue ich mich über vorbeimarschierende, farbenprächtig kostümierte Fanfarenzüge ebenso wie über die Indios, denn an meinem Café wird noch nicht gespielt, es liegt zu weit abseits von der Hauptrummelachse. Die Akkus meiner Kamera habe ich über Nacht frisch aufgeladen, und während ich mein Frühstück verzehre schaue ich mir auf dem Display noch einmal die Fotos an, die ich in den letzten Wochen von den Haiselscher, vom Rummel und vom Korkenzieherdenkmal auf dem Hetzelplatz gemacht habe. Schöne Bilder! Ich habe sie längst auf die Festplatte meines Computers übertragen, und so kann ich die Speicherkarten jetzt getrost löschen. Denn heute werde ich mich ins Getümmel stürzen, und mir den ganzen Umzug zum ersten Mal vom Anfang bis zum Ende ansehen. Und Bilder will ich dabei machen. Viele Bilder. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht dahinter kommen würde, was der Pfälzer an diesem Brauchtum findet. Ich komme mir vor, wie ein Anthropologe auf einer Exkursion in ein fremdes Land, wo er unter Lebensgefahr die rätselhaften Rituale der Eingeborenen studiert.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Nach dem Frühstück mache ich mich auf, um einen schönen Platz mit Blick auf den Festumzug zu suchen. Gar nicht so einfach, denn genau das haben tausende Menschen vor mir auch schon getan. An allen Straßenrändern stehen sie dicht gedrängt und warten auf das große Ereignis. Da der Umzug noch nicht begonnen hat, kann ich mir aber auf der Suche nach einem Tribünenplatz Zeit nehmen, und fast die gesamte Strecke ablaufen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zuerst statte ich dem Standort des Offenen Kanals einen Besuch ab. Die übertragen schon seit Jahren den Festumzug live im Kabelnetz und zwar immer von derselben Stelle aus. Da haben sie nämlich mit vielen Tricks und Beziehungen ein Kabel installieren können, welches die Direktübertragung überhaupt erst ermöglicht. Das weiß ich von einem Freund, der sich beim Offenen Kanal sehr engagiert. Ich spekuliere darauf, ihn dort zu treffen, um dann die erhöhte Kameraplattform des Fernsehsenders für meine Fotos zu nutzen. Das wäre ein toller Platz zum Fotografieren. Leider treffe ich ihn aber nicht. Außerdem ist die Plattform ohnehin viel zu klein für unangemeldeten Besuch. Also suche ich weiter.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2935874698/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3028/2935874698_c70f6ec117.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Direkt neben dem Ü-Wagen des Südwestrundfunks interviewt eine asiatisch aussehende Dame im eleganten Kostüm einen Passanten. Das Logo auf der zu der Dame gehörenden Fernsehkamera ist mir unbekannt. Ich entdecke im Tross dieses Fernsehsenders auch einen Fotografen der eine sehr beeindruckende Canon mit Teleobjektiv benutzt. Ich mache ein Bild von dem Fotografen, er bemerkt mich, und so kommen wir ins Gespräch. Ich erfahre, dass seine Delegation extra aus der Chinesischen Partnerstadt Neustadts angereist ist, um über das Fest zu berichten. Damit, dass man sich auch in Quanzhou im fernen China für die Haiselscher interessiert, hatte ich nicht gerechnet. Wahrscheinlich sind es auch eher die bildhübschen Weinprinzessinnen, die für den Chinesischen Sender gefilmt werden sollen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2935861484/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3288/2935861484_e18ce256d9.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ich finde einen guten Platz am Rand eines Parkplatzes. Hier steht man etwas erhöht und hat eine gute Sicht über die Köpfe der anderen Zuschauer hinweg. Und dann geht es auch schon los. Ich fotografiere wie blöde. Erst nach dem zweiten oder dritten Wagen fällt mir auf, dass das grüne Haus mit der Leuchtreklame "Eros Center" kein so schöner Hintergrund für meine Bilder ist. Außerdem scheinen in der Umgebung des Parkplatzes viele Hundebesitzer zu wohnen, denn der Geruch ist hier... ich will es einmal nicht so drastisch ausdrücken: streng. Das erklärt auch, warum an einem derart sensationellen Aussichtspunkt noch Plätze frei waren. Da ich die Route des Festumzugs kenne, brauche ich aber nur ein paar Minuten, um einen anderen Standort zu finden, an dem das Spektakel zudem noch nicht einmal begonnen hat. Hier ist meine Sicht auf die Festwagen zwar nicht ganz so gut, aber dafür kann ich sie und die Fußgruppen jetzt in einer etwas weniger anrüchigen Atmosphäre abbilden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2934997243/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3010/2934997243_3d3d0d7a65.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was für ein Spektakel dieser Umzug ist! Ich sehe darin Menschen, die eben erst das Laufen erlernt haben und solche, die gerade noch laufen können. Erwachsene, Kinder, würdige Greise und sogar Jugendliche beteiligen sich völlig selbstverständlich. Ich beobachte Tagelöhner, Tunten, transilvanische Vampire und teutonische Hühnen. Ich sehe Menschen in allen Hautfarben, von allen Kontinenten und Menschen, die in den Moden der letzten 15 Jahrhunderte kostümiert sind. Unglaublich! Als ich im Alter der gerade in einem wassergefüllten Bottich herumplanschenden Jungwinzer war, wäre ich schon bei der Nennung des Wortes "Brauchtumspflege" schreiend davongelaufen. Und hier wird das einfach gelebt. In einer Zeitschrift las ich vor kurzem, dass man die sprichwörtliche Heimatverbundenheit der Pfälzer am besten verstehen kann, wenn man auf eines der vielen traditionellen Feste geht. Erst jetzt begreife ich diese Aussage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2934999577/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3179/2934999577_b4421ae07d.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2935868750/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3003/2935868750_c2ce73bff1.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich übrigens nicht sehe, sind Komabetrunkene wie sie bei den Karnevalsumzügen meiner rheinischen Heimat zu hunderten zu finden sind. Wenn ich es genau bedenke, sehe ich überhaupt nur einen Menschen, der wenigstens ansatzweise betrunken wirkt, und der kann dabei immerhin noch Einrad fahren. Merkwürdig. Eigentlich hatte ich entsprechende Exzesse erwartet, denn überall wird fröhlich gezecht. Viele bringen sich sogar ihre eigenen Gläser mit, und die Winzer schenken fleißig ein. Vielleicht verträgt der Pfälzer einfach mehr, weil er besser trainiert ist - eine Leber wächst schließlich mit ihren Aufgaben. Möglicherweise können aber die Menschen in diesem uralten Weinanbaugebiet einfach besser mit dem Genuß des Rebensaftes umgehen, wissen eher, wann es genug ist. Vielleicht ist auch nur das Rote Kreuz besser organisiert und transportiert die lallenden Zecher schneller und diskreter ab als im Rheinland. Diesen Sachverhalt muss ich unbedingt erforschen. Aber das verschiebe ich auf das nächste Jahr. Dann gehe ich nämlich wieder hin. Vielleicht bringe ich mir ja auch ein Schoppenglas mit. Warum eigentlich nicht?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2935016537/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3012/2935016537_9bb8923733.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-6043053207281951341?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/6043053207281951341/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/12/5-das-groe-fest.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/6043053207281951341'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/6043053207281951341'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/12/5-das-groe-fest.html' title='5. Das große Fest'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3043/2908955191_8cb9c6c4c4_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-4339874155990191082</id><published>2008-11-21T13:40:00.007+01:00</published><updated>2009-03-16T17:35:40.442+01:00</updated><title type='text'>4. Das Café in der Baustelle</title><content type='html'>Ich streife an einem Tag in den Herbstferien durch meine Küche...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja! Ich habe das Verb "streifen" ganz bewusst gewählt. Der Blog heißt "Streifzüge". Ich kann ihn ja schlecht für jede Folge umbenennen. Welches Verb hätte denn Ihrer Meinung nach besser gepasst? Schleichen? Schlurfen? Trotten? Gehen? Laufen? Rennen? Rasen? Marschieren? Trampeln? Wuseln? Staksen? Flanieren? Stolzieren? Schreiten? Hopsen? Schlendern? Tänzeln?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist immer noch &lt;span class="Apple-style-span" style="FONT-STYLE: italic"&gt;mein&lt;/span&gt; Blog. Hier kann ich Verben einsetzen, wie ich das für nötig...&lt;br /&gt;Moment mal! Was tue ich eigentlich hier auf der Metaebene?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beste wird sein, wenn ich einfach noch einmal von vorne anfange:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich streife also an einem Tag in den Herbstferien durch meine Küche und bin auf der Suche nach etwas Essbarem für ein Frühstück. Die Milch ist abgelaufen, kein Kaffee mehr da und das Brot ist auch verschimmelt. Na Bravo! Da bietet sich natürlich ein Besuch in meinem Lieblingscafé an. Das liegt an einer hübschen Straßenecke in den Räumlichkeiten einer uralten ehemaligen Drogerie. Dort gibt es sehr leckere Ciabattabrötchen. Die werden appetitlich mit Käse belegt und mit einer Gurkenscheibe sowie einer Tomatenecke obendrauf dekoriert. Da sitzt man auf gemütlichen Plätzen in der Sonne und wird von sehr pfiffigen, freundlichen Kellnerinnen betüdelt, die zudem auch noch mindestens so nett anzusehen sind wie die Brötchen mit den Tomatenecken obendrauf. Ein Genuß! Alla hopp: Buch unter den Arm klemmen, Ipod und Sonnenbrille einstecken und auf geht's. Während der paar Schritte zu meinem Café überlege ich noch, ob ich mir nicht irgendwann einmal den Spaß erlauben soll, morgens unrasiert und in Bademantel und Pantoffeln dort aufzutauchen. Nach kurzem Überlegen entscheide ich mich aber dann doch gegen ein solches Vorhaben. Eigentlich mag ich meinen Beruf sehr. Und ich bin überhaupt nicht darauf erpicht, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vorzeitig pensioniert zu werden. Außerdem möchte ich dem freundlichen Caféhausbetreiber und seinem sympatischen Personal diesen Anblick lieber nicht zumuten. Kichernd komme ich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau genommen komme ich nur &lt;span class="Apple-style-span" style="FONT-STYLE: italic"&gt;fast&lt;/span&gt; an. Ich muß erst einmal sehen, welchen Weg ich heute nehmen kann. An meinem Café befindet sich eine große, laute Baustelle. Sie bewegt sich seit mehreren Monaten - gefühlte zehn Jahre - um mein Café herum. Sie wandert im Zeitlupentempo durch die Straße. Bald werden hier die Betonplatten abgetragen, bald dort der Asphalt aufgerissen. Dann werden Löcher gegraben, die plötzlich voll Wasser laufen. Riesige Pumpen werden aufgestellt, um die Löcher wieder leer zu pumpen. Löcher werden geschlossen, um sie am nächsten Tag bienenfleißig erneut aufzubuddeln. Verstehen kann ich das nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2927474166/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3121/2927474166_8ce4829d5f.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Zwischendurch hat die Baustelle einmal in ihrer Bewegung einen scharfen Knick nach rechts gemacht und plötzlich war mein Café regelrecht umzingelt. Immerhin wurde jetzt an zwei Enden gleichzeitig gebaut: an einem Ende wurde weiter gebuddelt, am anderen wurden neue Pflastersteine verlegt - ein Lichtblick! Ist hier etwa ein Ende abzusehen? Der tapfere Wirt hat dann in seiner Verzweiflung ein Stück der Baustelle zurückerobert, indem er Tische und Stühle einfach mitten in der Baustelle platzierte. Blumenkästen an die Absperrbaken, große Pflanzenkübel als Sichtschutz dazu - war richtig gemütlich. Leider konnte das den Umsatz auch nicht mehr retten, denn die Tische waren von außerhalb der Baustelle ja kaum zu erkennen. Der bedauernswerte Gastronom hat mir einmal erzählt, wieviel er inzwischen von seinem Privatkonto zuschießen musste, nur um die laufenden Kosten zu decken. Das fand ich ziemlich erschreckend. Für ihn wäre es vermutlich billiger, wenn er das Geschäft für die Dauer der Bauarbeiten schließen würde. Aber dann wären die Stammkunden weg. Und auch das tolle Personal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeiter machen sich offensichtlich einen Spaß daraus, mit ihren Absperrbaken jeden Tag aufs neue lustige Labyrinthe zur Erbauung der Touristen aufzubauen. Die Touristen finden das bestimmt auch ganz toll. Deshalb muss sich ein Gast in meinem Café bei jedem Besuch neu orientieren, wie er das Café betreten kann und wo eventuell Tische im Freien aufgestellt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2933273791/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3291/2933273791_a31e7de31d.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ich orientiere mich also erst einmal: Aha! Links geht es an dem großen Bagger vorbei der gerade wieder ein neues Loch aushebt. Sehr interessanter Platz für ein Loch. "Guten Morgen, die Herren!" grüße ich die ruhelosen Bauarbeiter fröhlich. Die können natürlich nicht in dem engen Loch arbeiten, während der Bagger darin baggert. Das wäre viel zu gefährlich! Also stehen sie neben dem Loch und beobachten aufmerksam den Bagger beim Baggern. Der Lastwagenfahrer hat seinen riesigen LKW gekonnt in die enge Baustelle rangiert. Hut ab! Ich hätte das mit so wenig Platz nicht hinbekommen. Auch er hat im Augenblick nichts zu tun. Er sitzt in seinem Führerhaus, trinkt ironischerweise Kaffee und liest dabei konzentriert die "Bild". Ab und zu schaut auch er mit kritischer Mine nach dem Bagger der ihm den Kipper mir Aushub füllt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ich finde einen freien Tisch im schon gepflasterten Bereich. In einiger Entfernung zu meiner Linken malträtiert ein fleißiger Arbeiter den Grenzbereich zwischen neuem Pflaster und altem Asphalt mit einem martialisch aussehenden Gerät. Es erinnert mich sehr an diese futuristischen Waffen mit denen Sigourney Weaver in den Alien-Filmen immer die fiesen Monster in Stücke geschossen hat und es erzeugt ein infernalisches Getöse. Von rechts dröhnt der Bagger. Schnell die Kopfhörer auf und dann Rammstein - so laut wie es geht! Das übertönt zwar nicht die Baustelle, passt aber von der Stimmung her ganz gut. Die Kakophonie, die dadurch in meinem Kopf entsteht erweckt in mir die Vorstellung der vier apokalyptischen Reiter, die vom Himmel herabgestiegen sind, um den Untergang der Welt zu verkünden: Tod spielt die Gitarre, Krieg das Schlagzeug, am Bass hören wir Hunger und an den Keyboards heute ausnahmsweise einmal Umweltverschmutzung. Der ist für seinen Vetter Pestilenz eingesprungen. Der kann heute nicht. Der ist krank.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ich vertiefe mich sofort in meinen historischen Roman. Da wird gerade jemand erschlagen, und das wird in dem Roman recht drastisch geschildert. Die waren ja auch nicht gerade zimperlich im Mittelalter! Noch bevor ich über die praktische Anwendung des Gelesenen auf mein aktuelles Lärmproblem weiter nachdenken kann, stellt mir die sympatischste aller Serviererinnen freundlich lächelnd einen frisch gepressten Orangensaft, ein appetitlich dekoriertes Brötchen und einen dampfenden Milchkaffee hin. Gefragt hat sie mich nicht. Das wäre bei dem Spektakel auch nicht möglich gewesen. Heute bin ich ihr dankbar dafür, dass sie mich in Ruhe gelassen hat - ich bin irgendwie komisch drauf. Ich strahle sie dankbar an, schalte den Ipod dann doch lieber aus und wende mich der Tageszeitung zu. Das Feulliton ist viel friedlicher als der blutrünstige Roman. Und die versöhnlichen Gedanken die ich beim Lesen des Feullitons entwickle passen dann auch besser zu dem appetitlich dekorierten Brötchen. Und zu der netten Kellnerin.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-4339874155990191082?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/4339874155990191082/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/11/4-das-caf-in-der-baustelle.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/4339874155990191082'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/4339874155990191082'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/11/4-das-caf-in-der-baustelle.html' title='4. Das Café in der Baustelle'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3121/2927474166_8ce4829d5f_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-5514021468566244688</id><published>2008-10-17T19:19:00.004+02:00</published><updated>2008-10-17T21:35:42.160+02:00</updated><title type='text'>3. Das Haus von Peter</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Ich streife durch meine Stadt und plötzlich finde ich mich vor Peters Haus wieder. Peter und ich waren jahrelang Nachbarn. Eigentlich waren wir keine echten Nachbarn, denn ich habe zwar in dem Haus neben Peters Haus gewohnt, aber Peter hat selber nicht in seinem Haus gewohnt. Peter wohnt nicht in seinem Haus, er baut daran. Ich bin seinerzeit, also Ende 2003, neben dem Haus von Peter eingezogen, da hat er schon an seinem Haus gebaut. Jetzt ist es schon bald Ende 2008 und Peter baut immer noch an seinem Haus. Das hat natürlich Gründe, und zwar gute!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Peters Haus ist ziemlich alt. Peters Haus ist sage und schreibe das älteste Fachwerkhaus weit und breit, und mit "weit und breit" meine ich selbstverständlich die Pfalz und noch ein Bisschen weiter. Von wann es ist, kann ich nicht so genau sagen, obwohl ich es mir von Peter schon mehr als einmal habe erklären lassen. Es ist einfach zu kompliziert, als dass ich es mir merken könnte. Ich glaube, dass die Außenwände im hinteren Teil des Hauses die ältesten Teile sind. Dann wurde nach oben ein Stück erweitert, dann nach vorne zur Straße, dann wurden Fachwerkwände durch Steinwände ersetzt, Treppen an- und wieder abgebaut und offene Flure mit Fenstern ausgestattet. Und das alles seit dem 14. Jahrhundert: immer hier ein Stück und dann da ein Stück. Und irgendwo stecken auch noch Mauerreste der vorherigen Bebauung drin, die natürlich noch viel älter sind. Man könnte sagen: "Peters Haus ist im Durchschnitt 532 Jahre alt.", aber das trifft die Wahrheit auch wieder nicht genau genug. Wenn ich das nächste Mal zu Peter gehe, dann nehme ich Schreibzeug mit, und schreibe es alles akribisch auf. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Weil Peters Haus so alt ist, und weil Peter es gerne, wo immer es möglich ist, historisch präzise sanieren möchte, dauert der Bau auch schon sehr lange. Da werden nicht einfach Stahlträger eingezogen und Trockenbauwände davorgesetzt. Peter hat nämlich einen Antiquitätenladen und restauriert Möbel - Stühle, Schränke und so. Und genau so sorgfältig, wie er seine Schränke restauriert, saniert er auch sein Haus. Denn immerhin ist es das älteste Fachwerkhaus weit und breit, und wir leben hier ja nicht in Amerika, wo eine 100 Jahre alte Blockhütte schon als historisches Kleinod gilt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Also was bedeutet das nun? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Nehmen wir Mauerwerk. Bruchsteinmauern mit einfachem Mörtel. Peter sagt: "Die Leute damals sind ja nicht einfach in den Baumarkt gefahren und haben Säckeweise Zement gekauft. Mörtel war teuer und die Leute waren arm." Das leuchtet ein! Peter hat sich noch erhaltene Mauerteile aus dieser Zeit angesehen und studiert. Dadurch ist er drauf gekommen, wie es damals gemacht wurde: Die Leute haben Stein auf Stein gesetzt, mit Mörtel dazwischen, und dann haben sie kleine Bruchsteine in die Fugen geschoben, um möglichst viel von dem noch feuchten Mörtel wieder herauszuquetschen. Der ausgequetschte Mörtel wurde dann wieder verwertet, und so kann man mit einem Sack Zement eine Riesenmauer hinstellen. Irre! Wäre ich nie drauf gekommen. Peter ist drauf gekommen und hat gemauerte Wände in seinem Haus genau so gebaut. So, und auf keinen Fall anders!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2911302833/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3195/2911302833_827d36a78b.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Anderes Beispiel, dieselbe Baustelle: Fachwerk&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Peter hatte eine Firma bestellt, die sich auf das Erstellen von Fachwerkwänden versteht. Eine Fachfirma sozusagen. Die Jungs rückten dann auch mit schwerem Gerät an: Berge von Weidenzweigen für das Geflecht, tonnenweise Lehm und gehächseltes Stroh für die Ausfachungen. Dazu ein Zementmischer, um Stroh und Lehm zu vermengen. Ein Riesenspektakel in der Metzgergasse: Stadtführer machten mit Touristengruppen Umwege, nur um das zu zeigen und um den Bauarbeitern ein Wenig im Weg herum zu stehen - ganz großes Kino! &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Peter hatte sich zwischenzeitlich ziemlich schlau gemacht. Man könnte sagen: er verschling seit Jahren alles, was es an Fachliteratur zum Thema Fachwerkbauten in der Pfalz gibt. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden kennen gelernt, der sich derart in ein Thema verbeißt, sich derart verbissen schlau macht. Kurz und gut - oder auch "nicht gut", wie die Frau von der Denkmalschutzstiftung sagen würde - die Firma hatte nicht das gemacht, was man zur Zeit des historischen Hausbaus gemacht hätte: Die Firma baute die senkrechten Streben des Fachwerks aus Dachlatten. Historisch korrekt wären aber gespaltene Eichenknüppel gewesen. Also versucht Peter zu retten, was noch zu retten ist, und baut den Rest des Fachwerkgeflechts aus im Hof gespaltenen Eichenknüppeln selber. So, und auf keinen Fall anders!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2830040571/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3156/2830040571_bbda1b936d.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Die Frau von der Denkmalschutzstiftung treibt das in den Wahnsinn. "Das wird ja nie fertig!" sagt sie. "Ich will endlich sehen, dass wenigstens die Außenwände verputzt und gestrichen werden, sonst streiche ich die Zuschüsse!" droht sie. Aber Peter sammelt erst einmal in aller Ruhe in der Umgebung Sandsteinproben und lässt die in einer Pigmentmühle mahlen. Er tüftelt mit den Naturpigmenten so lange herum, bis er den Farbton der am historischen Verputz sicher gestellten Malereireste einigermaßen nachempfunden hat. So, und auf keinen Fall anders! Dass die Maler es dann doch nicht genau so hinbekommen, wie er es sich vorstellt, lässt ihn schier verzweifeln. Wenn die Frau von der Stiftung nicht vorher so sauer gewesen wäre, hätte Peter vermutlich den ganzen Verputz heruntergeschlagen, neu verputzt und dann selber gestrichen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2833049382/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3273/2833049382_d1ace8b501.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Peter benutzt selbstverständlich keine Standardfenster aus der Fabrik mit auf die Scheibe geklebten Holzkreuzen. Er geht auch nicht einfach zum Tischler und bestellt Fenster, die der Tischler ausmisst, entwirft und baut. Das hat sich der geneigte Leser an dieser Stelle sicher schon denken können. Peter recherchiert für jede einzelne Bauphase seines Hauses den damals üblichen Fenstertyp in wissenschaftlicher Literatur. Er fertigt sorgfältig Zeichnungen an, und lässt dann die Fenster vom Tischler einzeln bauen. Jedes Fenster an seinem Haus ist ein Unikat, das nur in diese Fensteröffnung und nur in diese Bauphase hineinpasst. Sogar das Glas und das Material der Einfassungen der Scheiben stimmen bis auf den letzten Bleitropfen und bis auf den letzten Holznagel. Nur so, und auf keinen Fall anders! Und wenn's einmal nicht so genau hinhaut, verkauft Peter das betreffende Fenster wieder und lässt sich ein Besseres bauen. &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Ich finde diese Sorgfalt großartig! In Neustadt wurden in den 70er Jahren denkmalschützerische Verbrechen begangen, für die ich die Täter am liebsten heute noch historisch korrekt auf dem Marktplatz von vier großen Kaltblüterpferden bei lebendigem Leib vierteilen lassen möchte. Über diese Verbrechen wird man sich noch in 100 Jahren grämen. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:Verdana;"&gt;Über die Sanierung von Peters Haus wird man in Neustadt noch in 100 Jahren gerne sprechen. Sie macht nicht nur rein optisch eine Menge her, man hat dabei auch sicher Vieles über mittelalterliche Handwerkstechniken neu gelernt. Mit dieser Sanierung setzt Peter sich ein Denkmal. Am liebsten würde ich ihn dafür einmal in den Arm nehmen, und ihm sagen, wie lieb ich ihn dafür habe. Wenn möglich in Anwesenheit der Frau von der Denkmalschutzstiftung. Ob die das wohl verstehen würde?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2870702758/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3012/2870702758_6bfd3f048f.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Die Außenmauern und die Fenster von Peters Haus sind übrigens fertig. Sieht wirklich ganz, ganz toll aus.&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-5514021468566244688?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/5514021468566244688/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/10/3-das-haus-von-peter.html#comment-form' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/5514021468566244688'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/5514021468566244688'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/10/3-das-haus-von-peter.html' title='3. Das Haus von Peter'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3195/2911302833_827d36a78b_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-76969601016412868</id><published>2008-10-04T19:52:00.032+02:00</published><updated>2009-03-05T22:12:28.465+01:00</updated><title type='text'>2. Der Weg nach Speyerbrunn</title><content type='html'>Ich streife durch meine Gegend und dieses Mal tue ich das besonders gerne - auf nur zwei Rädern. Zwischen meinen Beinen grummelt und brummelt der 1100er V2-Motor meines Moppeds - ein dicker, gemütlicher Sessel mit einer ganzen Herde Pferde drin. Ich zuckele gemächlich durch das Elmsteiner Tal, an mir ziehen langsam Häuser aus rotem Sandstein vorbei, dann der entzückende Speyerbach mit seinen Mäandern in blumigen Wiesen und dann Wald mit mächtigen Bäumen. Es duftet hinreißend nach Harz, gerade so, als habe der liebe Gott ein Parfüm aus Kiefern, Douglasien und Fichten kreiert und dann über dem Pfälzerwald ausgegossen. Es ist warm, der Himmel ist blau wie Tinte. Ab und zu kommt mir ein anderes Mopped Marke "japanischer Joghurtbecher mit möglichst vielen Zylindern und möglichst vielen Pferden" entgegen oder überholt mich quengelnd mit kreischendem Motor. Wenn sie sich nähern kreischen die Motoren mit einer höheren Frequenz als wenn sie sich von mir entfernen. Doppler-Effekt wie aus dem Physikbuch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2918198928/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3206/2918198928_941eb42b86.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer das Elmsteiner Tal kennt weiß, dass das nicht ganz ungefährlich ist. Das Tal ist wunderschön, aber auch kurvenreich und stellenweise recht unübersichtlich. Wer da mit dem Motorrad durchbraust, der lebt selbst dann gefährlich, wenn er seine Maschine perfekt beherrscht. Man weiß nie, was in der nächsten Kurve herumliegt oder -steht und einen zum Hinfallen bringt: eine handvoll Kiefernzapfen vielleicht, die ein besonders potenter Baum in die weite Welt hinaus geschickt hat, um neue Wälder zu gründen, oder ein paar Klumpen Erdreich, vom Anhänger eines Treckers gefallen, ein Stück Baumstamm, von einem der zahllosen Holzlaster gekullert oder einfach nur ein Mopped mit einer Panne. Und dann ist guter Rat teuer. Deshalb hat sich die Kreisverwaltung schon vor Jahren entschlossen, diese Strecke während der Motorradsaison am Wochenende für Motorradfahrer zu sperren, um größeres Unheil zu verhindern. Gerade an Wochenenden reisten nämlich früher von weit her die Kurventouristen mit den Saisonkennzeichen an, um dann im Elmsteiner Tal so richtig die Sau rauszulassen. Viele Tote und noch mehr Verletzte hat es damals gegeben. Mitlerweile gilt diese Einschränkung Gerüchten zufolge sogar ganzjährig. Ich vermute einen Zusammenhang mit der globalen Erwärmung: Wenn die Winter immer milder werden, melden immer weniger Kurvenfetischsten ihren Hobel in dieser Jahreszeit ab. Also muss man auch im Winter sperren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2915879924/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3034/2915879924_0c0abb49b8.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;Bisher war mir das egal. Mich am Wochenende in Motorradpulks durch enge Kurven zu schlängeln ist sowieso nicht meins, also würde ich auch ohne Sperrung der Strecke sicher nicht an Wochenenden ins Elmsteiner Tal fahren. Inzwischen hat sich für mich allerdings die Ausgangssituation geändert. In einem Internetforum fand ich ganz zufällig meinen alten Schulfreund Andrew wieder, den ich völlig aus den Augen verloren hatte. Und wie es der Zufall will, wohnt Andrew im lauschigen Speyerbrunn, ganz in der Nähe der Quelle des Speyerbachs. Und der Speyerbach entspringt, wie jeder Pfälzer weiß, in eben diesem Tal, das ich an Wochenenden nicht durchfahren darf.&lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;br /&gt;"Kein Problem!" wird der geneigte Leser vielleicht jetzt sagen "Dann nimm doch unter der Woche Dein Mopped, und an Wochenenden das Auto, wenn Du Deinem Freund einen Besuch abstatten möchtest."&lt;br /&gt;"Eben doch ein Problem." müsste ich in so einem Fall antworten. Ich gehöre schon seit über zwanzig Jahren zu jenen hartnäckigen Autoverweigerern, die sich ihr Leben weitgehend so einzurichten versuchen, dass sie kein Auto benötigen. Ich wohne immer in der Stadt, in der ich auch arbeite, achte bei der Auswahl meiner Wohnungen auf ausreichende Einkaufsmöglichkeiten sowie Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr in fussläufiger Entfernung. Und wenn es zu Fuß einmal nicht geht, dann nehme ich Fahrrad, Taxi, Bahn oder eben seit einigen Jahren das Motorrad. Summasummarum ist das viel billiger als der Unterhalt eines Autos und es bleibt viel Geld übrig für spaßigere Dinge als die Suche nach einem Parkplatz. Und ein gutes Gewissen wegen der globalen Erwärmung hat man auch.&lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;Ein freundlicher Polizist auf der Neustadter Polizeidienststelle erklärt mir, dass ich im Bedarfsfall eine Sondergenehmigung bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim beantragen kann. Was er mir nicht gesagt hat ist, dass diese Sondergenehmigung 140 Euro kosten soll. So hat es mir ein Bekannter mit Motorrad und Wochenendhaus im Tal glaubhaft versichert. Also haben wohl nicht so viele Motorradfahrer eine solche Ausnahmegenehmigung. Ich natürlich auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bleibt ja immer noch der öffentliche Nahverkehr, um meinen Freund Andrew am Wochenende besuchen zu fahren. Die Fahrplanauskunft der deutschen Bahn verschafft mir dann Klarheit über den Zustand des öffentlichen Personennahverkehrs im Pfälzer Wald: entweder fahre ich nachts ab 1.15 Uhr mit einem Ruftaxi, das dauert dann etwa eine halbe Stunde. Oder ich nehme eine Verbindung um 8.32 Uhr, die führt mich in einem abenteuerlichen Zickzackkurs über Hochspeyer und Johanniskreuz (zwei Stunden Fahrzeit, zwei mal Umsteigen, nur Mittwochs und Sonntags). Um 13.32 Uhr wäre dann noch eine Möglichkeit, die raumgreifende Umwegstrecke zu benutzen, da bin ich dann aber glatte drei Stunden unterwegs (ebenfalls nur Mittwochs und Sonntags).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich werde heute mal einen Taxifahrer fragen, was der reguläre Fahrpreis zu einer für Hausbesuche üblichen Tageszeit am Wochenende ist. Ich fürchte nur, dass ich für das Geld, was mich dann ein oder zwei Wochenendbesuche in Speyerbrunn kosten würden, locker die Ausnahmegenehmigung und mehrere Tankfüllungen für's Mopped bezahlen kann.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-76969601016412868?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/76969601016412868/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/10/2-der-weg-nach-speyerbrunn.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/76969601016412868'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/76969601016412868'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/10/2-der-weg-nach-speyerbrunn.html' title='2. Der Weg nach Speyerbrunn'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3206/2918198928_941eb42b86_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1576426288937897313.post-9086585953126742168</id><published>2008-09-01T00:02:00.017+02:00</published><updated>2009-03-17T20:50:16.176+01:00</updated><title type='text'>1. Der Dom zu Speyer</title><content type='html'>&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;br /&gt;Ich streife durch meine Gegend und lande in Speyer, jener alten Stadt, die zwar von den Römern als Stadt gegründet wurde, die jedoch als Siedlung viel älter ist. Seit über 5000 Jahren leben hier Menschen. Eine bewegte Geschichte hat dieses Speyer erlebt: wurde mehrfach zerstört, der prächtige Dom sollte gar abgerissen werden und die jüdische Bevölkerung wurde gleich mehrfach ausgelöscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine sumpfige Gegend war das einst. Die Malaria hat hier gewütet. Die wurde dann aber restlos ausgerottet: Erst legte der Ingenieur Johann Gottfried Tulla dem Rhein ein enges Korsett an und trocknete seine Nebenarme und Auen aus, dann kam die BASF und gab den Anopholes-Mücken den Rest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute sind die französischen Revolutionstruppen verschwunden. Die schwedischen Söldnerheere  sucht man ebenso vergebens wie die Malariamücken und die römischen Kaufleute. Die neue Plage Speyers sind die Touristen. Sie fahren langsam durch die engen Straßen und bremsen dann unvermittelt und ohne Vorwarnung. Sie gehen in der Fußgängerzone zu dritt nebeneinander her und werden immer langsamer, nur um in dem Augenblick, da man zum Übeholen ansetzt, plötzlich auszuscheren. Sie lungern am Domnapf herum (seine Geschichte sollte an dieser Stelle auch einmal erzählt werden) und wollen einfach nicht aus dem Bild gehen. Das nervt extrem! &lt;/div&gt;&lt;div style="PADDING-RIGHT: 3px; PADDING-LEFT: 3px; PADDING-BOTTOM: 3px; PADDING-TOP: 3px; TEXT-ALIGN: left"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2818408647/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3229/2818408647_c5348f48a7.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;Warum geht der Typ jetzt nicht auf die Seite? Ich will doch nur schnell ein Bild von der Fassade des Doms machen. Wo sind die schwedischen Landsknechte, wenn man sie braucht? Da wird mir klar, dass der Mann deshalb nicht weggeht, weil er ebenfalls nur schnell ein Bild vom Dom machen möchte. Also nehme ich ihn einfach mit auf, betrachte ihn als Teil des Motivs. Schließlich gehören Touristen inzwischen so selbstverständlich zum Stadtbild, dass ein Domfoto ohne kamerabehängte Touristen genauso unvollständig wäre, wie eines ohne Baugerüste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Rückweg bin ich deshalb versöhnlich. Ich umgehe die Touristenpulks weiträumig, lächle den Menschen in den Cafés zu, die dort ihr Geld ausgeben und so in Speyer für Arbeitsplätze sorgen. Schließlich finde ich noch diese futuristische Telefonzelle, die farbiges Licht auf das Straßenpflaster zaubert. Ich mache ein schönes Bild vom Dom, mit der Telefonzelle und mit den geilen Lichteffekten. Auf diesem Bild ist nur ein Mensch zu erkennen, und der ist kein Tourist sondern eine waschechte Eingeborene, die ihre Samstagseinkäufe erledigt. Ich bin wieder zufrieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich bin ich ja auch Tourist in Speyer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;a title="photo sharing" href="http://www.flickr.com/photos/adolf_kluth/2818323738/"&gt;&lt;img style="BORDER-RIGHT: #000000 2px solid; BORDER-TOP: #000000 2px solid; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; BORDER-BOTTOM: #000000 2px solid" alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3168/2818323738_98f0cceff8.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1576426288937897313-9086585953126742168?l=adolfkluth.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://adolfkluth.blogspot.com/feeds/9086585953126742168/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/08/dom-zu-speyer.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/9086585953126742168'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1576426288937897313/posts/default/9086585953126742168'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://adolfkluth.blogspot.com/2008/08/dom-zu-speyer.html' title='1. Der Dom zu Speyer'/><author><name>Adolf Kluth</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15674656695839595899</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='26' height='32' src='http://3.bp.blogspot.com/_3XckFS95kaU/TNq3ZTJBgTI/AAAAAAAAAGY/K6h2yAczcjc/S220/2911919898_01c42219c9_o.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm4.static.flickr.com/3229/2818408647_c5348f48a7_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry></feed>
